Das Lokalklima Mallorcas

Mallorca liegt zwischen dem 39 und 40 Breitengrad. Es hat also Anteil an dem Mittelmeerklima mit seinen heißen, trockenen Sommern und feuchten, milden Wintern. Allerdings bedingt seine westliche Lage im Mittelmeer, dass es einerseits näher am Kern des Azorenhochs liegt, andererseits auch dem Vorstoß atlantischer Störungen stärker ausgesetzt ist als der zentrale oder östliche Mittelmeerraum (Abb.11).

Das Mittelmeergebiet

Abb.11 Das Mittelmeergebiet (aus Diercke Weltatlas)

Im subtropischen, semiariden Mallorca bekämpfen sich zwei Haupt und zwei Nebenklimakomponenten: Vom Meer her das Azorenhoch und die atlantischen Tiefdruckausläufer, vom Land her die Winde aus der Sahara oder aus dem Rhone- und Ebrotal.

Das Azorenhoch sorgt in den Sommermonaten, vor allem im Juli und August, für hohe Temperaturen. Im Jahresmittel ist es in Palma 16,9 Celsius warm (im Vergleich dazu: Berlin 8,8 Celsius), während man aufgrund der atlantischen Tiefdruckausläufer von Oktober bis März mit relativ regelmäßigen Niederschlägen rechnen kann. Zu Dauerregen kommt es jedoch höchst selten, meist handelt es sich um Schauer, auf die schnell wieder die Sonne folgt.

Insgesamt sind die Wintermonate mild mit einem Temperaturtief von durchschnittlich 7C im Januar und Februar. So können an der Station Lluc (825 m) Fröste von November bis April mit einem absoluten Minimum von -10 Celsius auftreten. Ein Warmluftkeil aus der Sahara kann aber im Winter die Temperatur ungewöhnlich hoch werden lassen, während kalte Winde aus dem Rhone- oder dem Ebrotal, der Mestral und der Tramuntana, zu allen Jahreszeiten für starken Seegang und niedrige Temperaturen verantwortlich sind. In den Wintermonaten Dezember und Januar liegt auf den Gipfeln der Sierra Tramunta in der Regel eine dünne Schneedecke.

Topografisch betrachtet (Abb.12) wird Mallorca von zwei Gebirgszügen geprägt zwischen denen eine Ebene liegt. Die Serra de Tramuntana (Nord-Westen) bildet das Rückgrat der Insel. Das Gebirge erreicht heute seinen höchsten Punkt mit dem Puig Major auf 1445 m. Im Südosten liegt das Gegenstück dazu, die sanfte Hügelkette Serres de Llevat, die sich aber, dessen ungeachtet, wie ein stattliches Mittelgebirge direkt aus dem Meer erhebt. Der höchste Punkt ist der Puig de Morei mit 562 m. Zwischen diesen beiden Gebirgsketten erstreckt sich die Kornkammer Mallorcas Es Pla. Auf dieser, von fruchtbaren Schwemmböden durchsetzten Ebene ragt der Klosterberg Puig de Randa als höchster Berg mit 542 m empor.

Abb.12 Die Karte von Mallorca Quelle: www.reisefachmann.de

Im allgemeinen wärmen sich die kalten Winde des europäischen Festlandes über dem Wasser auf, und werden beim Überqueren der nach ihnen benannten Serra de Tramuntana abgekühlt. Hier stauen sie sich und hüllen die Gipfel in Wolken (Abb.13). Nach dem Verlassen der Gebirge in Richtung Zentralebene bringen die Winde abgeregnete und kühle Luft. So kommt es dazu, dass es im Norden der Insel wärmer ist als im Süden. Das Relief Mallorcas führt gleichzeitig zu starken Schwankungen der Niederschlagsmengen. Das Jahresmittel beträgt im Nordwesten 1500 mm, im Süden nur 400mm (Abb.14) (Zum Vergleich: Frankfurt 653mm).

Niederschläge und Berge

Abb.13 Niederschläge in den Bergen (aus Campbell,N.: Biologie)

Niederschläge

Abb.14 (aus Beese,G.: Mallorca Naturreiseführer)

In der Überganszeit vom Winter zum Sommer ist die Wetterlage am labilsten (Tab.1), dann wechseln sich oft klare, sonnige Tage mit regnerischen, kühlen Perioden ab. Februar und April sind durch ein relatives Minimum an Niederschlägen gekennzeichnet, während der März ein relatives Maximum besitzt. Der März ist also feucht und stürmisch.

Tab.1 Klimatabelle von Mallorca Quelle: www.universaltravel.ch

Klimatabelle