Das mediterrane Klima

wird auch als Winterregenklima der Westseiten bezeichnet, das zusammen mit dem Subtropischen Ostseitenklima die Subtropische Klimazone bildet. Das Winterregenklima der Westseiten ist über fünf Erdregionen zu finden und zwar westlich der Sierra Nevada in Nordamerika, südlich der Wüste Atacama Südamerikas, um die Kapregion in Südafrika sowie in Südaustralien und in seiner größten Ausdehnung um das Europäische Mittelmeer über Vorderasien bis zum Persischen Golf.

Klima-Karte

Abb.7 Quelle: www.m-forkel.de

Das mediterrane Klima wird geprägt durch trockene, heiße Sommer mit warmgemäßigten Temperaturen und niederschlagsreiche, milde Winter, die praktisch frostfrei sind, wie man gut am Beispiel Athen (Abb.8) sehen kann. Die Wasserdefizite im Sommer sind also für alle fünf Gebiete charakteristisch. Die Unterschiede bestehen in der Länge und der Menge der winterlichen Niederschläge sowie dem Jahresgang der Temperaturen. Die mittleren Jahresniederschläge steigen polwärts an und die Regenzeiten werden länger. Die Jahresniederschläge betragen 400-1000mm (häufig 500-800) und die Jahresmitteltemperatur 10-18°C (Sommertemperaturen regelmäßig über 35°C). Gemeinsam allen Gebieten sind auch kalte Meeresströmungen, was dazu führt, dass die mittleren Monatstemperaturen in Richtung Festland ansteigen. Außerdem kann es zu Küstennebel-Blidungen kommen.

Klimadiagramm Athen

Abb.8 Quelle: www.m-forkel.de

Genetisch betrachtet handelt es sich um ein Wechselklima, welches im Sommer unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels und im Winter unter dem Einfluss der Westwindzirkulation steht.

Bei hohem Luftdruck sinkt die Luft ab, erwärmt sich dabei und Wolken werden aufgelöst. Daher können im Sommer keine Niederschläge fallen. Es herrscht also strahlungsreiches Wetter mit hohen Temperaturen und großer Trockenheit. Der beständige Hochdruck verhindert einen Luftmassenaustausch mit zyklonalen Störungen.

Da der Zenitstand der Sonne aber innerhalb eines Jahres wandert , verlagert sich auch die Linie der größten Sonneneinstrahlung. Das bedeutet auch, dass sich die ITC im Laufe eines Jahres verschiebt - und mit ihr die gesamte Passatzirkulation und atmosphärische Zirkulation (siehe Abb.9). Diese Lageveränderung ist aber auch noch von der Land-Meer-Verteilung und von der Lage von Gebirgen abhängig.

Lage der Innertropischen Konvergenzzone

Abb.9 Quelle: www.m-forkel.de

Im Winter wandert, wie man an der Abb.9 erkennen kann, der Subtropische Hochdruckgürtel nach Süden, gleichzeitig "rücken" die außertropischen Westwinde von Norden nach und transportieren dynamische Druckgebiete (Zyklone und Antizyklone, das sind wandernde Druckgebiete oder auch Druckwirbel genannt) nach Osten (siehe Abb.10). Dabei bringen die Zyklone Niederschläge und deutlich tiefere Temperaturen. Sie folgen bestimmten Zugbahnen in westöstlicher Richtung. Durch die enge Verzahnung von Land und Meer oder die unmittelbare Nachbarschaft des Meeres in den fünf mediterranen Gebieten bleibt der feuchte Winter aber mild. Wichtig ist, dass die zyklonalen Abschnitte auch in der kühlen Jahreszeit den langanhaltenden Hochdruckeinfluß häufig nur kurzfristig unterbrechen. Somit ist der Einfluß des Azorenhochs mit Schönwetterperioden nicht völlig abgeschaltet, sondern allenfalls nur abgeschwächt. Bei dieser saisonalen Alternierung fehlen längere Übergangsjahreszeiten wie Frühling und Herbst in unseren Breiten. Der trockene, heiße Sommer und der feuchte, milde Winter folgen mehr oder weniger unvermittelt aufeinander.

Druckgebiete im Mittelmeer

Abb.10 Quelle: www.m-forkel.de

Mit diesem Wissen wird nun klar, warum die Ost-West-Erstreckung des mediterranen Klimas im Mittelmeergebiet besonders groß ist. Es gibt dort keine Gebirgsmassive, die die Westdrift der zyklonalen Zirkulationsvorgänge aufhalten können, wie das bei den vier anderen Gebieten der Fall ist. Das extreme Gegenbeispiel ist das chilenische Gebiet. Es ist extrem schmal, da bereits 200 km von der Küste entfernt die Kordillere um mehrere 1000 m aufsteigt.