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NahrungserwerbEiweißbedarf Kohlehydratbedarf
ErnährungsweisenHier werden einige Beispiele aus der großen Vielfalt an Ernährungsweisen vorgestellt. Räuber:Eine ausschließlich räuberisch lebende Gruppe von Stechameisen ist die Gattung Leptogenys in Südostasien. Hierunter zählt auch die Art Leptogenys diminuta, die auf Gruppenjagd geht. Dabei läuft zunächst eine Kundschafterin aus und tupft mit einem Sekret ihrer Giftdrüse eine Spur auf den Boden, auf der sie schnell wieder ins Nest zurück findet. Stößt sie auf eine Beute, die nicht allein überwältigt werden kann, so kehrt sie schnell zurück zum Nest. Im Nest, eine einfache Ansammlung von Ameisen zwischen den Blättern, läuft sie umher und gibt eine Rekrutierungssubstanz ab. Nun kommt Bewegung in die anderen Arbeiterinnen. Innerhalb einer Minute sammelt sich ein Zug von Ameisen am Nesteingang und ein Jagdzug setzt sich in Bewegung. Voran läuft die Kundschafterin, ihr folgen im Gänsemarsch Tier hinter Tier. Die Kolonne läuft zum Beutetier, umringt es und greift an. Die Beute wird festgehalten, mit Stichen gelähmt und zum Nest getragen. Wanderjäger:Hierbei handelt es sich um Kolonien, die keine feste Bleibe haben und immer wieder in neue reichere Jagdgebiete umziehen müssen: Eine nachtaktive Leptogenys-Art lebt in einer riesigen Kolonie von bis zu über 50000 Arbeiterinnen. In der Dämmerung zieht ein Zug aus dem Biwaknest und sucht den Boden systematisch nach Nahrung ab. Bis 5 m breit und 2 m lang ist dieses tödliche „Netz“. Stößt eines der Tiere auf ein Beuteobjekt, holt es auf einer Pheromonspur Verstärkung herbei. Die Beute wird von hunderten Arbeiterinnen attackiert und in zerstückelten Portionen zum Nest transportiert. Alles was nicht fliehen kann wird getötet. Oft erfolgen mehrere Auszüge in einer Nacht, wobei die Umgebung des Nestes strahlenförmig abgejagt wird. Alle 2 ½ Tage zieht die Kolonie, mitsamt Brut und Königin, in ein neues Jagdterritorium um. Unter den afrikanischen Treiberameisen finden sich Arten mit mehr als 10 Millionen Tieren in einem Staat. Es wird berichtet, dass sie sogar ein Schwein, durch einen Käfig am Fliehen gehindert, überwältigt haben.
Wanderhirten:Hierbei handelt es sich um eine Nährstoffsimbiose (Trophbiose) zwischen Ameisen und Insekten, die das Phloem von Pflanzen anzapfen. Die Ameisen sind Nomaden ohne feste Nestbauten und folgen den Weidewanderungen ihrer Nutztiere (häufig Blattläuse). Pflanzensaugende Insekten aus der Ordnung Rhynchota, wie eine große Zahl von Blatt- und Schildläusen, Blattflöhen, Zikaden und einige Wanzen, zapfen mit ihrem Rüssel das Phloem der Pflanzen an. Der darin enthaltene Assimilationssaft enthält große Mengen an Zucker, aber nur wenige Aminosäuren. Um Aminosäuren in genügender Menge zu erhalten, werden die Eiweißbausteine herausgefiltert und überschüssiger Zuckersaft als „Honigtau“ abgegeben. Ameisen fressen diesen Honigtau. Sie sind mit vielen Pflanzenfressern in symbiotische Beziehungen getreten. Auf taktile Signale hin, ein charakteristisches Fühlertrillern, geben z. B. Blattläuse das Exkret ab. Die Ameisen beschützen die Blattläuse im Gegenzug vor Feinden, wie Marienkäfern, Wanzen, Schlupfwespen, Fliegen- und Schmetterlingslarven. Honigtau ist, neben Zuckersaft von Nektardrüsen, die Hauptkohlenhydratquelle für Ameisen. Allerdings enthält nur der Phloemsaft junger, wachsender Pflanzenteile lohnende Mengen an Aminosäuren für die Blattläuse. Werden die Blätter älter, entsteht oft eine geflügelte Generation von Blattläusen, die zu noch wachsenden jungen Pflanzen übersiedelt. Die Ameisen folgen ihren Nutztieren und der gesamte Ameisenstaat zieht notgedrungen um.
Ernteameisen:Ernteameisen sind als Pflanzenfresser einzustufen und tierische Zusatznahrung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle für sie. Ernteameisen finden sich hauptsächlich in den wärmeren Trockenzonen der Erde: im Mittelmeerraum und in den Steppen und Trockengebieten Afrikas, Amerikas, Asiens und Australiens. Je nach geographischem Raum handelt es sich um ganz verschiedene Gattungen, fast ausnahmslos jedoch Knotenameisen (Myrmicinae). Ernteameisen sammeln und ernten Samen, die im Nest zerkaut und von Erwachsenen und Larven gefressen werden. Samenmangelzeiten werden durch Samenspeicherung überbrückt. Im Mittelmeergebiet können große Stämme sogar als Getreidefresser für den Menschen schädlich werden. 50 – 100 kg Getreide können pro Hektar und Jahr auf diese Weise der Landwirtschaft verloren gehen.
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