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Ameisen und PflanzenPflanzen als NahrungHier sind besonders zwei Gruppen von Ameisen zu nennen, die den Pflanzenwuchs erheblich beeinflussen. Sie können auch beträchtliche Schäden an Pflanzenkulturen oder Enteausfälle verursachen. Es handelt sich hier um Blattschneiderameisen und Ernteameisen. Blatschneiderameisen besitzen zweierlei Beziehungen zur Pflanzenwelt. Eine Fraßbeziehung besteht zu den höheren Pflanzen. Wie der Name schon andeutet schneiden diese Ameisen Blätter in kleine transportierbare Stücke und tragen sie in ihr unterirdisches Nest. Dabei können diese „Beutezüge“ verheerende Wirkung auf die Pflanzen haben und sogar Bäume völlig entlauben. Die Blattstücke werden in die unterirdischen Nestkammern eingetragen, dienen allerdings nur indirekt der Ernährung. Auf den durch Kauen aufgeschlossenen Blattstücken kultivieren die Ameisen einen Pilz. Dieser dient den Ameisen und ihrer Brut als Nahrung.
Ameisen als NahrungVerblüffenderweise fressen Pflanzen auch Ameisen. Wir alle kennen die Fleisch fressenden Pflanzen oder „Carnivoren“. Zu ihnen gehören Vertreter wie Kannenpflanze (Nepenthes), Venusfliegenfalle (Dionaea), Schlauchpflanze (Sarracenia)und Sonnentau (Drosera). Bei ihnen handelt es sich um Gewächse mit zu Fallen umgestalteten Blättern. Durch Abscheiden von Nektar oder optischen Reizen werden die Insekten angelockt. Zwar fangen die Fleisch fressenden Pflanzen eine Vielzahl verschiedener Beutetiere, Ameisen sind aber ein wesentlicher Anteil (z.B. 30% bei der Venusfliegenfalle).
Mutualismus und SymbioseDie folgenden Beispiele zeichnen sich durch Vorteile sowohl für die Ameise als auch für die Pflanze aus. In wenigen Fällen ist die Abhängigkeit so eng, dass beide Partner nur zusammen Lebensfähig sind (Symbiose im engeren Sinne). Myrmekophilie = Bestäubung durch Ameisen:Generell spielen Ameisen als Blütenbestäuber, im Vergleich zu anderen Insekten, nur eine untergeordnete Rolle. Für einige wenige Arten ist allerdings Bestäubung durch Ameisen dokumentiert. Für die australischen Erdorchidee Microtis parviflora sind Ameisen sogar die wichtigsten Bestäuber. Myrmekochorie = Samen-, und Fruchtverbreitung durch Ameisen:Für eine Reihe von Ameisen sind Samen und Früchte ein hauptsächliches Nahrungsmittel. Ein Teil der Samen geht jedoch beim Transport zum Nest verloren, andere verbleiben intakt im oder am Nest und keimen dann früher oder später aus. In solchen Fällen werden aber nur wenige Samen erfolgreich verbreitet, ein weitaus größerer Teil wird gefressen. Sehr viel wirkungsvoller ist die Verbreitung von Samen und Früchten, bei denen der Same selbst nicht als Nahrung dient. In der Regel spricht man nur in diesem Fall von Myrmekochorie. Die Verbreitungseinheiten (Diasporen) haben hier ein unterschiedlich gestaltetes Anhängsel, welches den Ameisen als Nahrung dient. Diese Anhängsel werden als Elaiosomen bezeichnet. Die Samen oder Fruchte werden ins Nest getragen, die Elaiosomen gefressen und die intakten Samen auf den außerhalb des Nestes liegenden Abfallplätzen deponiert. Hier haben sie gute Bedingungen, um zur Keimung zu gelangen. Myrmekophylaxis (Schutz durch Ameisen) + Ameisenpflanzen:In verschiedenen Verwandtschaftskreisen haben sich Symbiosen mit Ameisen herausgebildet, bei denen den Ameisen die Rolle als Beschützer zukommt. Hierbei sind in gegenseitiger Anpassung die wohl engsten Wechselbeziehungen entstanden. In einigen Fällen sind beide Partner alleine nicht mehr überlebensfähig.
Myrmekotrophie (Ernährung durch Ameisen) + Ameisengärten:Diese Art der Partnerschaft tritt vor allem bei epiphytischen (Baum bewohnenden) Pflanzen auf, für die Nährstoff- und Wasserversorgung problematisch sind. Hier gibt es interessante Formen von Ameisen- oder Blumengärten, bei denen es sich um charakteristische Ansammlungen von Epiphyten (einige Bromelien und Aronstab-, Gesnerien-, Nachtschatten- und Pfeffergewächse sowie Kakteen) handelt, die auf Ameisennestern wachsen. Für die Ameisen bietet das Wurzelgeflecht der Epiphyten ein geeignetes Gerüst zum Bau ihrer Nester und viele dieser Pflanzen besitzen Nektarien. Die Pflanzen profitieren von den Nährstoffen aus den eingetragenen Erdteilchen und sich zersetzenden Tierleichen.
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