Pflanzenjagd heute

Die Bedingungen des Pflanzensammelns haben sich bis heute sehr verändert, aber die Sammellust der Menschen ist immer noch ungebrochen.
Für die Sammler bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts galten Pflanzen als Allgemeingut, beliebig sammel- und ausführbar, denn es gab keine gesetzlichen Einschränkungen.

Erst 1975 trat das erste größere Regelwerk zum Schutz natürlicher Ressourcen in Kraft, das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES - Convention on International Trade with Endangered Species).
Heute gehören diesem Abkommen weltweit über 150 Staaten an, denn es regelt den internationalen Handel und Transport gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
In vielen Gebieten müssen spezielle Aus- und Einfuhrgenehmigungen mit hohem Zeitaufwand im Vorfeld von Exkursionen beantragt werden. Das Sammeln, selbst für wissenschaftliche Zwecke, ist rechtlich nicht einfach, aber mit "Papierkrieg" möglich.

Auf der anderen Seite kann man die Möglichkeiten von heute nicht mit denen von damals vergleichen.
Die Überwindung von großen Entfernungen ist heutzutage kein Problem mehr, Sicherheit bei Expeditionen geben und GPS- Geräte, Internet und Handy.
Mobile Mikroskope, Kameras und Analysesets erleichtern die Datenaufnahme im Gelände und Pflanzenmaterial kann dank Kühlboxen effektiv und schonend mit ins heimische Labor überführt werden.
Anfang der 1980er Jahre gründete sich in Deutschland die Arbeitsgruppe "Neue Zierpflanzen", deren Ziel die Suche und Entwicklung neuer Zierpflanzen ist.
Ihr Hauptzielgebiet ist dabei der Kontinent Australien, wobei es weniger um die Suche nach neuen, sondern vielmehr um die "Wiederentdeckung" alter Arten, wie Ptilotus exaltatus oder Brachyscome iberidifolia, geht.