Die ersten Pflanzenjäger - Ursprünge der Pflanzenjagd
Als erste botanische Sammelreise der Geschichte gilt die Expedition nach Punt.
Laut Überlieferung schickte Pharaonin Hatschepsut um 1500 v.Chr. eine Gruppe
in die Region des heutigen Somalias oder Eritreas, die neben Weihrauch (wahrscheinlich Boswellia sacra, Burseraceae) und Ebenholz (Ebenaceae) auch unbekannte Tiere nach Ägypten mitbrachte.
Vermutlich wurden die Pflanzen später als Schmuck der Tempelanlage genutzt, auch die Verwendung des Räucherharzes des Weihrauchs bei Zeremonien und Ritualen ist belegt.
Die Bedeutung dieser Reise spiegeln auch die Darstellungen in ihrem Totentempel wieder, die den Transport des in Töpfen gepflanzten Weihrauchs zeigen.
Auch Alexander der Große (356 - 323v.Chr.) hatte auf seinen militärischen Expeditionen Pflanzenkundige engagiert, die vielversprechende Pflanzen suchen und sammeln sollten. Auf diesem Weg kamen durch den Persienfeldzug wahrscheinlich Citrus-Gewächse und Safran (Crocus sativus), sowie die Gartenkultur, inspiriert durch die "Hängenden Gärten von Babylon", nach Griechenland.
Im Mittelalter war Europa größtenteils von den orientalischen Handelsstraßen abgeschnitten, jedoch gerade deshalb schätzte man kostbare Produkte aus Pflanzen, wie Pfeffer und Weihrauch besonders hoch.
An das Mittelalter schloss sich das Zeitalter der Entdeckungen an.
Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) und der Erschließung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama (1498)
waren plötzlich wieder neue Pflanzenwelten zu entdecken.
Das Interesse an Botanik erwachte in Europa wieder und fortan begannen Schiffsärzte und Missionare bei Entdeckungsfahrten Pflanzen zu sammeln.
In Folge dessen löste sich die Botanik von der Medizin als unabhängige Pflanzenlehre.
Um 1543 wurden in Padua und Pisa die ersten botanischen Gärten angelegt und man begann Herbarien zur dauerhaften Aufbewahrung getrockneter Pflanzen zu erstellen.
Mit Entwicklung der binären Nomenklatur um 1753 durch Carl von Linné entwickelte sich ein einheitlicher Standard nach dem alle Botaniker arbeiten konnten. Jede Art wurde nun durch Gattungsname und Epitheton eindeutig benannt.
Besonders das 18. Jahrhundert war nun in Folge eine Epoche der großen, organisierten Entdeckungsreisen und eine Hochzeit der Pflanzenjäger.