Bemerkenswertes über

Pfropfungen und Symphysen

Kallus bei Fraxinus exelsior.

SymphysePfropfenDefinitionPraxisMethodenBeispieleQuellenImpressum

 

Symphyse

Der Begriff Symphysis stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Verwachsung. In der Botanik bezeichnet man damit das Zusammenwachsen ausdifferenzierter Pflanzenteile wie Sprosse, Wurzeln oder Früchte. Die Symphyse stellt eine anatomische und physiologische Verbindung der pflanzlichen Organe dar. Ermöglicht wird das Entstehen einer Symphyse bei Pflanzen durch das Kambium, ein zylinderförmiges Gewebe der dikotylen Pflanzen. Dieses Lateralmeristem ist zuständig für das sekundäre Dickenwachstum, indem es nach innen sekundäres Xylem (Holz) und nach außen sekundäres Phloem (Bast) bildet. Auf diese Weise können vor allem Bäume sehr große Stammdurchmesser erreichen. Das Kambium kann über Jahrhunderte aktiv bleiben, wie z.B. bei der Borstenkiefer (Pinus aristata), deren Durchmesser während ihres gesamten Lebens stetig wächst.

Wird bei einem Baum ein Ast abgeschnitten, entsteht eine sogenannte Wundüberwallung oder Kallusbildung (siehe Abb.). Durch eine Überwucherung mit Kambiumgewebe wird das Eindringen von Krankheitserregern oder Fraßfeinden verhindert, es handelt sich also bei diesem Wundholz um eine Schutzreaktion des Baumes.

Kommt das Kambium zweier Pflanzenteile miteinander in Kontakt, beispielsweise durch eine Schädigung der Pflanzen, so verbinden sich die Kambiumschichten miteinander und wachsen zusammen. Dies kann an ein und derselben Pflanze geschehen oder an verschiedenen Pflanzen. Bei der Rotbuche (Fagus sylvatica) sind häufig Symphysen der Äste zu beobachten. Ein imposantes Beispiel für eine Wurzelsymphyse ist die Würgefeige (Ficus spec., siehe Abb.). Voraussetzung für eine Symphyse zwischen verschiedenen Pflanzen ist die Kompatibilität der Arten. Das Kambium bewirkt zudem eine Verbindung der wichtigen Leitgefäße der Pflanzen, also der Tracheen und der Siebröhren. Dadurch wird die physiologische Funktionsfähigkeit der verwachsenen Pflanzenteile hergestellt und die Pflanze ist durch die Symphyse in ihrer Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Diese Fähigkeit des Kambiums, zwei
Ficus macrophylla: Stelzwurzeln
Pflanzen zu einer funktionellen Einheit zu verbinden, macht sich der Mensch beim sogenannten Pfropfen zunutze.
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Pfropfen

Pfropfen heißt: „Durch Einsetzen eines wertvolleren Sprosses veredeln.“ (Duden)

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Definition

Das Pfropfen ist eine Form der Pflanzenveredelung, an der mindestens zwei Partner beteiligt sind, nämlich die Unterlage und das Edelreis. Das Kambium der kombinierten Pflanzen verwächst miteinander und verbindet die Leitgefäße, sodass eine physiologische Einheit zweier (selten dreier oder mehr) verschiedener Pflanzen entsteht. Voraussetzung ist die Verträglichkeit der Pflanzen. So muss eine gewisse Artverwandtschaft gegeben sein, damit zwei Pflanzen miteinander veredelt werden können. Süßkirschensorten können beispielsweise mit der Vogelkirsche kombiniert werden, Birne lässt sich auf Quitte aufpfropfen und Flieder kann mit der Rainweide (Ligustrum ovalifolium) oder der Rotesche (Fraxinus pensylvanica) kombiniert werden. Bei den Zierpflanzen wird die Wüstenrose (Adenium obesum) auf Oleander veredelt. Sind zwei Pfropfpartner nicht miteinander kompatibel, kommt es zu Unverträglichkeiten: Das Edelreis wird nicht angenommen und geht zugrunde oder die Edelreiser brechen wegen ungenügender Verwachsung ab. Unverträglichkeiten können sich auch noch nach mehreren Jahren zeigen, wenn die Bäume absterben, es zu verminderter Triebleistung kommt oder der Fruchtansatz ausbleibt. Die Bildung von Veredelungswülsten (Kallusbildung, siehe „Symphyse“) stellt nicht unbedingt eine Abstoßungsreaktion dar, auch solche Bäume können normal gedeihen und hohe Erträge bringen. Um Unverträglichkeiten zu verhindern, kann eine Zwischensorte verwendet werden, die mit beiden Pfropfpartnern verträglich ist.

Die Verwachsung erfolgt in drei Hauptphasen. Zuerst bildet sich an den Schnittflächen der Veredelungspartner eine Wunderverbräunung, eine Schutzreaktion auf Verletzungen. Danach beginnt die Unterlage mit der Zellteilung und es entsteht zwischen Unterlage und Edelreis ein Intermediärgewebe, durch das es zu einem ersten Gewebekontakt und Austausch von Wasser und Nährstoffen kommen kann. In der zweiten Phase wächst das Intermediärgewebe weiter, wodurch der zelluläre Druck zwischen den Pfropfpartnern zunimmt. In der letzten Phase bildet sich schließlich aus dem Intermediärgewebe ein Parenchymgewebe, welches das Reis mit geringen Mengen Wasser versorgt. Daraufhin beginnt auch das Kambium des Edelreises mit der Zellteilung, die Kambiumschichten der beiden Veredelungspartner verbinden sich miteinander und bilden neue Leitgefäße. Je nach Temperatur und Witterung dauert die Verwachsung der Pfropfpartner etwa 30 bis 50 Tage.
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Honigmelone auf Kürbis.

 

Praxis

Im Wesentlichen gibt es drei Gründe, weshalb zwei Pflanzen aufeinander gepfropft werden: Veredelung, Vermehrung und Erhalt.

Veredelung: Bringt ein Obstbaum nicht den gewünschten Ertrag oder sind die Früchte von geringer Qualität, ist es unter den oben genannten Voraussetzungen möglich, ein Edelreis eines Baumes, der die Anforderungen erfüllt, aufzupfropfen. Ertrag und Qualität der Früchte werden im wesentlichen durch das verwendete Edelreis bestimmt. Wird ein Reis eines Hochstammes auf einen Halb- oder Niederstamm gepfropft, so bildet er eine kleinere Krone aus und es kann früher geerntet werden. Die Wahl des Edelreises kann die Unterlage beeinflussen, nämlich die Anzahl und Stärke der Wurzeln sowie ihren Verlauf im Erdboden. Dies kann sich auf die Standfestigkeit des Baumes auswirken und macht eventuell Stützvorrichtungen notwendig. Allerdings werden bei bestimmten Propfkombinationen auch die Eigenschaften der Unterlage genutzt. So können bestimmte andere Faktoren durch die Unterlage beeinflusst werden: Ertragshöhe, Fruchtgröße, Reifezeit und Lagerfähigkeit der Früchte. Auch Bodenfaktoren und Witterung können die Merkmale von Pfropfkombinationen beeinflussen, sodass Voraussagen über die Ergebnisse einer Veredelung oft nur schwer möglich sind. Im Zweifelsfall muss es ausprobiert werden.

Vermehrung: Beim Pfropfen handelt es sich um eine Form der vegetativen, also klonalen Vermehrung. Diese hat im Vergleich zur generativen Vermehrung zwei entscheidende Vorteile: Zum einen bringt die vegetative Vermehrung Pflanzen hervor, die im wesentlichen die Eigenschaften der Mutterpflanze besitzen. Viele Obstbaumsorten sind allogam, das heißt, sie sind auf Fremdbefruchtung angewiesen. Aufgrund der genetischen Rekombination kann bei dieser Form der Vermehrung jedoch keine Sortenreinheit gewährt werden. Zwar ist es möglich, dass manche Sämlinge die Qualität der Mutterpflanze übertreffen, in der Praxis ist dies jedoch nur sehr selten der Fall. Die meisten Nachkommen erreichen nicht das heutige Niveau der Tafelobstsorten. Zum anderen ist diese Vermehrungsform nicht so zeitaufwändig wie die Vermehrung über Samen. Während bei einem aus Samen gezogenen Obstbaum mitunter erst nach 10 Jahren oder später geerntet werden kann, tragen die Edelreiser bei einer Pfropfung je nach Unterlage bereits nach zwei oder drei Jahren Früchte.

Erhalt: Manche Pflanzen sind ohne Pfropfpartner nicht lebensfähig. Das kann ganze Sorten betreffen, wie die Kulturform des Kaktus Gymnocalycium mihanovichii, dessen chlorophylllose Mutationsvariante auf andere Kakteen aufgepfropft werden muss, da er keine Photosynthese betreiben kann und sonst nicht lebensfähig wäre. Diese Kombination wird im Handel als „Erdbeerkaktus“ angeboten. Hobbygärtner wenden mitunter die Pfropfmethode an, um einzelne Pflanzen am Leben zu erhalten, die beispielsweise an Wurzelfäule erkrankt sind.
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Der „Erdbeerkaktus“.
Die Kopulationsmethoden.
Das Geißfußpfropfen.
Das Rindenpfropfen.

 

Methoden

Wie bereits beschrieben ist es für eine erfolgreiche Pfropfung notwendig, die Kambiumschichten der beiden Pfropfpartner miteinander in Kontakt zu bringen. Dazu wird bei den gängigsten Reiserveredlungsmethoden das Kambium am Edelreis durch Kopulationsschnitte freigelegt. Vor allem im Frühjahr lässt sich die Rinde aufgrund des jahreszeitlich periodisch arbeitenden Kambiums leicht vom Holz abheben. Die sogenannten Rindenpfropfmethoden machen sich dies zunutze. Außerdem ist die Qualität der Unterlage sowie des Edelreisers von entscheidender Bedeutung. Ein Edelreis muss gesund und unversehrt sein, der Mutterbaum darf nicht unter Krankheiten oder augenscheinlichen Mängeln leiden. Auch wird man solche Reiser auswählen, deren Mutterbaum über die gewünschte Leistungsfähigkeit verfügt, also von älteren Bäumen, die sich hinsichtlich Qualität und Menge der Früchte bewährt haben. Unterlagen sollten gesund, ausreichend bewurzelt und triebfreudig sein. Wer kein Risiko eingehen will, besorgt sich bei Baumschulen virusfrei getestete Edelreiser und Unterlagen von amtlich überwachter Qualität. Zum Pfropfen werden verschiedene Methoden angewendet, von denen an dieser Stelle einige vorgestellt werden sollen.

Die Kopulation: Bei der Kopulation unterscheidet man zwischen der einfachen Kopulation und der Kopulation mit Gegenzunge. Für die einfache Kopulation werden meist einjährige Reiser auf meist zweijährigen Unterlagen verwendet. Da bei dieser Pfropfmethode die Rinde nicht freigelegt werden muss, lässt sich diese Methode bereits in der Ruheperiode ab Januar durchführen. Idealerweise sollten Edelreis und Unterlage denselben Durchmesser aufweisen, das Reis darf auf keinen Fall kleiner sein, da überstehende Reiser vertrocknen. In Form einer Ellipse wird nun an beiden Hölzern ein Schnitt durchgeführt und das Kambium freigelegt. Beim Zusammenfügen ist darauf zu achten, dass die Kambiumschichten miteinander in Kontakt kommen. Die Verbindungsstelle wird nun mit Bast oder Gummibändern fest verbunden und mit Baumwachs rundum verstrichen. Bei der Kopulation mit Gegenzunge werden zusätzlich zum Kopulationsschnitt zwei zusätzliche Schnitte durchgeführt, mit denen dann Edelreis und Unterlage wie Keile ineinander geschoben werden können. Dadurch wird die Bruchgefahr verringert und die Fläche des freigelegten Kambiums vergrößert.

Das Anplatten: Diese Methode wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Unterlage einen wesentlich größeren Durchmesser aufweist als das Reis. Im Gegensatz zu den meisten anderen Methode wird hier die Krone der Unterlage nicht entfernt. Am Reis wird ein Kopulationsschnitt durchgeführt, das Reis besitzt üblicherweise drei bis fünf Augen. Bei der Unterlage wird an der gewünschten Stelle der Krone ein Anplattungsschnitt durchgeführt, der nicht in die Rinde der Unterlage reichen darf. Wenn die Schnitte von Edelreis und Unterlage zusammenpassen, wird die Veredlungsstelle mit Bast oder Gummi verbunden, das unterste Auge am Reis muss freibleiben. Wie gewohnt wird die Stelle mit Veredlungsmitte verstrichen.

Das Geißfußpfropfen: Diese Methode ist eine anspruchsvolle Veredlungsmethode für Fortgeschrittene und Fachleute. Die Unterlagen sind wesentlich stärker als die Edelreiser, die Pfropfungen werden sowohl in Bodennähe als auch in Kronenhöhe ausgeführt. Bei ausgegrabenen Unterlagen kann das Geißfußpfropfen als Handveredlung im Winter durchgeführt werden, im Freiland ab Februar. Es werden zwei Kopulationsschnitte ausgeführt, wobei die Schnittflächen zueinander einen Winkel zwischen 45 und 80 Grad bilden. Auf der Rückseite des keilförmigen Schnittes sollte auf halber Höhe ein Auge vorhanden sein. An der gewünschten Pfropfstelle wird die Unterlage abgeworfen, d.h. die Krone wird abgeschnitten oder der Spross durchgeschnitten. In der Unterlage muss nun ein Schnitt angebracht werden, der dem Schnitt am Reis entspricht, allerdings etwas kürzer ist. Das Edelreis muss genau in den Schnitt der Unterlage passen, damit Kambium auf Kambium liegt. Außerdem sollte das Reis die Unterlage um etwa 5 mm überragen. Auch hier wird die Wunde wieder fest mit Bast oder Gummiband fixiert und ein Wundverschluss durchgeführt.

Das Rindenpfropfen: Bei den oben beschriebenen Veredlungsmethoden wurden sowohl Reis als auch Unterlage so zugeschnitten, dass die Kambiumschichten der Partner freigelegt werden und idealerweise genau aufeinanderpassen. Bei den Rindenpfropfmethoden werden die Reiser wie gewohnt zugeschnitten, doch bei der Unterlage wird das Kambium durch Anheben der Rinde freigelegt. In den Spalt wird nun das Reis geschoben. Diese Methoden sind erst ab April möglich, wenn sich das teilungsaktive Kambium lösen lässt. Beim Rindenpfropfen unterscheidet man zwischen dem Einfachen Rindenpfropfen und dem Verbesserten Rindenpfropfen. Beim Einfachen Rindenpfropfen wird am Reis ein achsenparalleler Schnitt  an der Unterlage durchgeführt, der in der Länge dem Kopulationsschnitt am Reis entspricht. Das Messer wird in die Rinde gedrückt und durch Verkanten des Messers zur Seite wird die Rinde angehoben. Dabei ist zu beachten, dass nicht zuviel Rinde angehoben wird, um die Verwundung nicht unnötig groß werden zu lassen. In die Tasche wird nun das Edelreis geschoben, bis ein Widerstand zu spüren ist und das Reis fest in der Tasche steckt. Die Wundbehandlung wird wie üblich durchgeführt. Beim Verbesserten Rindenpfropfen wird im Gegensatz zum Einfachen Rindenpfropfen nur ein Rindenflügel gelöst. Am Edelreis wird ein zweiter Schnitt angebracht, der rechtwinklig zum Grundschnitt steht. Dadurch liegt das Reis an der festen Rinde gut an und findet einen besseren Halt. Werden mehrere Reiser an der Unterlage angebracht, ist darauf zu achten, dass alle Schnitte an der Unterlage in dieselbe Richtung zeigen, damit beim Verbinden mit Bast die gelösten Rindenflügel nicht angehoben werden.

Außer den genannten Pfropfmethoden gibt es noch viele weitere, wie das Tittelpfropfen und das Vereinfachte Tittelpfropfen, das Wencksche Rindenpfropfen, das Seitliche Einspitzen, das Seitliche Spaltpfropfen, das Anschäften etc. Je nach Beschaffenheit von Edelreis und Unterlage, Jahreszeit und Geschick des Anwenders wird die geeignete Methode ausgewählt.

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Geißfußpfropfen beim Apfelbaum.
Adenium obesum - Wüstenrose.

Beispiele

Grundsätzlich kann man zwei Bereiche unterscheiden, in denen gepfropft wird: Nutzpflanzen und Zierpflanzen.

Im Bereich der Nutzpflanzen sind vor allem die Obstbäume Gegenstand von Veredlungen, wie das Kernobst (z.B. Apfel, Birne, Quitte), das Steinobst (z.B. Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose) und das Beerenobst (z.B. Johannisbeere, Stachelbeere). Die Vorteile des Pfropfens bei Obstbäumen wurden bereits ausführlich beschrieben. Auch Olivenbäume werden gepfropft. Da sie aus Sämlingen gezogen erst nach etwa 20 Jahren hohe Erträge bringen, bedeutet das Pfropfen für den Olivenbauer eine enorme Zeitersparnis. Ähnlich verhält es sich bei Walnussbäumen, die erst nach 30 bis 40 Jahren in rentablen Mengen Früchte tragen. Die Veredlung von Rebstöcken wurde angeblich bereits in der Antike durchgeführt. Sie hat heute vor allem den Zweck, die Reben vor der Reblaus zu schützen. Da die amerikanischen Weinreben von der Reblaus nicht befallen werden, pfropft man die gewünschte Edelrebe auf die Unterlage von amerikanischen Wildreben und schützt die Reben so vor dem verheerenden Befall mit der Reblaus. Auch nicht verholzende Pflanzen können gepfropft werden, dies ist im Nutzpflanzenbereich bei vielen Gemüsesorten der Fall. So wird beispielsweise eine Gurkenpflanze auf einen Feigenblattkürbis (beide aus der Familie der Cucurbitaceae) gepfropft. Das hat den Vorteil, dass die Gurken dadurch resistenter werden z.B. gegen die Gurkenwelke und gegen Fäulnisbakterien. Auch Tomaten und Auberginen werden vor allem zum Zwecke der Ertragssteigerung und Krankheitsresistenz veredelt. Als Unterlagen für Tomaten und Auberginen (beide aus der Familie der Solanaceae) werden widerstandsfähige Tomatensorten verwendet.

Bei den Zierpflanzen wurde bereits der sogenannte „Erdbeerkaktus“ genannt, bei dem eine chlorophylllose Art auf einen Kaktus der Gattung Hylocereus gepfropft wird um überleben zu können. Ein weiterer kommerzieller Anwendungsbereich des Pfropfens bei Zierpflanzen sind die Rosen. Meist wird eine Wildrose als Unterlage verwendet, die sich durch kräftigere und schneller wachsende Wurzeln auszeichnet. Die Edelsorte wird dann als Reis aufgepfropft. Möglich ist dies bei Busch-, Strauch- und Kletterrosen. Die Wüstenrose (Adenium obesum) aus der Familie der Apocynaceae – nicht der Rosaceae – wird auf den nahe verwandten Oleander gepfropft, um eine stärkere Blütenbildung und Krankheitsresistenz zu erreichen. Wird Flieder (Syringa spec.) auf Liguster (Ligustrum vulgare) – beide aus der Familie der Oleaceae – veredelt, erreicht man eine schönere Wuchsform. Bei den Bonsai wird beispielsweise oft eine Mädchenkiefer (Pinus parviflora) auf eine Schwarzkiefer (Pinus nigra) gepfropft, was sie unempfindlicher gegen Frost werden lässt, stärkere Wurzeln und ein schnelleres Wachstum fördert sowie die Bildung einer raueren Rinde bewirkt.
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Quellen

Schmid, H.: Veredeln. Pfropfen und Okulieren. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2003. 2. Aufl.

www.bonsaiforum.de

www.kakteenweb.de

www.kaktus-kakteen-sukkulenten.de

www.schmitzens-botanikseite.de

www.wikipedia.de

Fotos: Wikipedia

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Impressum

Diese Website wurde von Kerstin Witzel im Rahmen des Fachmoduls Spezielle Botanik an der Philipps-Universität Marburg im Wintersemester 2009/2010 erstellt.

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