Theobroma cacao

Der Stoff aus dem die Schokoladenträume sind

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) ist ein kleiner Baum, der im wildem Zustand etwa 15 Meter hoch wird, in Kultur aber auf 4-8 Meter gestutzt wird da sonst die Ernte der Früchte erschwert würde.

Der Baum wird durch eine bis zu 1,5 Meter lange Pfahlwurzel im Boden verankert, die sich erst relativ tief im Boden verzweigt. Es bilden sich jedoch Seitenwurzeln in den oberen Pfahlwurzelbereichen.

Blätter des KakoabaumesDie Sprossachse wächst sympodial und die erste Verzweigung tritt auf, wenn der Stamm eine Höhe von maximal 1 Meter erreicht und einen Durchmesser von etwa 25 cm besitzt. Die terminale Knospe stirbt ab und es treiben 3-5 Seitentriebe aus, die sich am schließlich auch sympodial verzweigen. Bei der Verzweigung lässt sich ein Dimorphismus erkennen, denn neben vertikal (orthotrop) wachsenden Zweigen kommen auch horizontal (plagiotrop) wachsende vor. Die Rinde des Baumes ist recht grob.

Als typische Tropenpflanze ist der Kakaobaum immergrün. Die Blätter werden ständig erneuert und erscheinen zu Beginn ihrer Entwicklung rötlich. Ein vollständig ausgewachsenes Blatt ist dunkelgrün gefärbt und glänzt leicht. Im Vergleich zu Blättern unserer heimischen Pflanzenarten erscheinen Kakaoblätter sehr groß. Sie werden etwa 30 cm lang und 10 cm dick. Die Blattspreite ist ganzrandig, länglich oval und am Ende zugespitzt.

Das ungewöhnlichste (jedenfalls für Europäer) am Kakaobaum ist sicherlich die Position der hunderten bis tausenden Blüten. Diese können entwederFrüchte direkt am Stamm (Kauliflorie) büschelweise am Stamm stehen (Kauliflorie) oder an stärkeren Seitenästen (Ramiflorie). An Stellen der Blütenbildung, entstehen nach mehreren Jahren Blütenpolster, an denen in den folgenden Jahren immer wieder Blüten gebildet werden. Die Blüten sind mit 1 cm recht klein und blühen weiß bis rosa. Sie haben 5 Kelch- und 5 Kronblätter sowie 5 sterile und 5 fertile Staubblätter und ein 5 blättriges Gynoeceum. Folglich lautet die Blütenformel: K5 C5 A 10 (oder 5+5) G5.

Als Bestäuber werden in verschiedenen Quellen Fliegen der Gattung Forcipomya (Ceratopogonidae), Läuse und auch Ameisen erwähnt.

Wenn Insektenbestäubung nicht möglich ist, werden nur etwa 5% der Blüten bestäubt. Die Zahl der Früchte pro Blüte ist sehr normalerweise sehr gering: nur aus einer von 500 Blüten geht eine reife Frucht hervor.

Reife FruchtDie Früchte des Kakaobaumes sind Trockenbeeren, die 15-20cm lang und 300-500g schwer werden. Sie besitzen ein fleischig-faseriges festes Perikarp, welches zunächst grün ist und sich bei der Fruchtreife über gelb nach rotbraun verfärbt. Die Scheidewände der Fruchtfächer lösen sich bei der Fruchtreife zu einem rötlichen oder weißen Fruchtmus auf. Darin sind die 20-40 Samen eingebettet, in denen man kein Speicherendosperm findet, sondern stark gefaltete Kotyledonen, welche die Speicherfunktion übernehmen.

Der Kakaobaum benötigt als typische Tropenpflanze ein gleichmäßiges Klima mit mittleren Temperaturen von 24-28°C, hohen Niederschlägen (1000-6000mm) und ständig hohe Luftfeuchtigkeit. Da der Baum ursprünglich im Unterholz der tropischen Regenwälder beheimatet ist, ist er gegen direkte Sonneneinstrahlung empfindlich.

Nicht nur der Kakaobaum ist äußerst kälteempfindlich, sondern auch die Samen können Schaden erleiden, wenn sie zum Beispiel beim Transport im Flugzeug für kurze Zeit Temperaturen von weniger als 8°C ausgesetzt sind.

 

 

Literaturangaben:

Franke, W.. Nutzpflanzenkunde, 5. Auflage. Thieme Verlag.

Brüchner, H. (1977). Tropische Nutzpflanzen - Ursprung, Evolution und Domestikation. Springer Verlag.