Habitus

Die Welwitschiaceae zeichnen sich durch ihre faszinierende Morphologie aus. Der Stamm der Pflanze ist ca. 1m im Durchmesser und weitgehend im Boden versenkt. Der offen liegende Teil ist eine massiv holzige konkave Scheibe (s. Abbildung 1). Dies kann sich während des Wachstums bis hin zu meterhohen skurilen Formen auftürmen.

Abb. 1 - Holzige Scheibe bei einer jungen Welwitschiaceae

Zur Wasserversorgnung ragt eine lange Pfahlwurzel mit verzweigten Seitenwurzeln bis zu 15m tief in den Boden.

Blattmorphologie

Welwitschiengewächse besitzen nur ein Paar riemenförmige Laubblätter, welche paralellnervig sind. Sie wachsen stets nur von der Basis aus, und sterben an der Spitze ab. Durch das Längen- und Delatationswachstum spalten sich die Blätter auf und es wirkt, als würden die Pflanzen viele einzelne Blätter besitzen.

Abb. 2 - Starke Aufspaltung der Blätter am absterbenden Blattende

 

Die Blätter haben eine ledrige Oberfläche und eine dicke Cuticula in der eingesenkte Stomata liegen. Dies verhindert das austrocknen der Pflanze und ist eine Anpassung an die extreme Trockenheit. Die lebenden Abschnitte eines Blattes können bis zu 10 Jahren alt werden, wobei Umweltfaktoren wie Sandstürme deren Lebensdauer natürlich erheblich verkürzen.

Blütenmorphologie

Die zapfenartigen Triebe der Blüten entstehen aus dem meristematischen Gewebe am Rande der Krone. Welwitschiaceae sind monözisch, d.h. die männliche und die weibliche Blüte befinden sich auf einer Pflanze.

Abb. 1 - Blütenstand einer Welwitschiacceae

Die männlichen Blütezapfen haben eine Länge von 2-3 cm und eine Breite von ca. 8mm. Die Blüte an sich ist von einer Hülle aus 2 kreuzgegenständigen Brakteenpaaren umgeben. Zwischen diesen liegen 6 in einem Wirtel stehende und an der Basis verwachsene Staubblätter, welche an ihrer Spitze je 3 verwachsene Pollensäcke tragen. Die Pollensäcke öffnen sich mithilfe eines Exotheciums, welches bei Trockenheit verhärtet und durch eine invertierte Wandverstärkung den Pollen herauspresst.

Abb. 3 - Schematische Zeichnung einer männlichen Blüte(l) und einer weiblichen Blüte (r)

 

Die weibliche Blüte ist ca. 6-8 cm lang und ~ 2,5cm breit. Die aufrechte Samenanlage ist von einem transversalen und von einem medianen Brakteenpaar umgeben. Auch hier wird auf der Mikropyle ein Bestäubungstropen gebildet, da auch die Welwitschiaceae windbestäubt sind. Bei Samenreige verhärtet das innere Brakteenpaar und das äußere bildet eine Art Flügel wodurch die Verbreitung durch Wind begünstigt wird. Die leichten und kleinen Samen werden schnell erfasst und weiter getragen. Der Samen an sich enthält eine Keimungshemmende Substanz, sodass eine Keimung nur bei einem Starkregenereignis eintreten kann.

Impressum

Rabea Krikor, WS 08/09, Fachmodul Spezielle Botanik, Uni Marburg