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                                  Ficus carica

 Moraceae

 

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Die Kulturfeige

Aus dem wilden Feigenbaum haben sich zwei Kulturrassen entwickelt

Ficus carica var. caprificus (Holzfeige, Bocksfeige) Ficus carica var. domestica (Eßfeigenbaum)

- nur männliche und Gallenblüten

- keine essbaren Früchte

- zur Erhaltung der Gallwespe da

- nur sterile und fertile langgriffelige weibliche Blüten

- essbare Früchte

- kann drei essbare Feigengenerationen hervorbringen , wobei allerdings nur  eine oder zwei zur Vollreife gelangen 

 

Generationen der Kulturfeige (Ficus carica var. domestica):

Die erste Generation (Fiori di Fico) enthält  unbestäubte weibliche Blüten (da die Bestäuber aus der Mamme kommen). Die Fruchtverbände fallen oft frühzeitig ab. Die zweite Generation (Pedagnuoli) hat fertile Blüten, deren Bestäuber von der Profichi var. caprificus kommen und die dritte Generation (Cimaruoli) wird von der zweiten Generation der var. caprificus bestäubt. Die zweite und dritte Generation bilden also essbare Früchte.

 

Um die Bestäubung zu sichern, wurden seit langem blühende Zweige der Bocksfeige zwischen die Zweige der Essfeige gehängt, was als Kaprifikation bezeichnet wird. Inzwischen hat man auch Feigensorten selektiert, die ihre Fruchtverbände parthenokarp (ohne Befruchtung) entwickeln. Also kann entsprechend der dreimaligen Anlage von Blütenständen unter Umständen dreimal geerntet werden. Frische Feigenfrüchte gehen wegen ihres hohen Zuckergehaltes leicht in Gärung über und sind deswegen leicht verderblich, im Gegensatz zu getrockneten Feigen, die sehr lange haltbar sind. Daher werden sie entweder frisch verbraucht oder getrocknet. Den größeren Teil der Feigen, der getrocknet werden soll lässt man am Baum hängen, bis sie halbtrocken sind und schüttelt sie dann ab, um sie an der Sonne oder in Trockenhäusern auf ca. 25 % ihres Wassergehaltes nachzutrocknen. Bei der Trocknung kristallisiert der Traubenzucker des Saftes an der Oberfläche der Feige aus, was die weißliche Bemehlung hervorruft. Feigen haben einen Zuckergehalt von 16 %, der durch das Trocknen auf 60 % angehoben wird. 

Feigenbäume wachsen langsam und tragen erst nach sieben Jahren Früchte. Im besten Ertragsalter können sie 40 kg Früchte im Jahr liefern. Nach fünfzig Jahren werden die Ernten unergiebig. 

 

Vorkommen und Anbaubedingungen:

Die Feigenproduktion ist mit 90 % der Weltproduktion vor allem auf das Mittelmeergebiet beschränkt. Die Erträge liegen ungefähr zwischen 5 und 12 t pro Jahr und ha. In Deutschland kommen Feigen hauptsächlich aus der Türkei (fast drei Viertel) und Griechenland (fast ein Viertel) und der Rest aus Italien und Spanien. 

Die Feige gedeiht in warmen Klimaten mit etwa 700 mm Niederschlag pro Jahr, auf steinigen, basischen Böden. Sie ist im Stadium der Winterruhe frosttolerant und kann Temperaturen bis zu minus 10 °C ertragen. Frühjahrsfröste und frühe Wintereinbrüche im Herbst können ihnen allerdings erheblichen Schaden zufügen. 

 

Bildquelle: Franke, W. (1992): Nutzpflanzenkunde, S.315

 

Inhaltsstoffe von Fruchtverbänden in 100 g essbarem Anteil (Mittelwerte) (nach Souci u. Mitarb.)

 

Quelle: Franke, W. (1992): Nutzpflanzenkunde, Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen, S.312

 

Frische Feigen enthalten 16% Zucker (Saccharose und Glucose), der in getrocknetem Zustand auf 60 % angehoben wird.

Außerdem ist ihr Calciumgehalt auffällig hoch (ca. 200 mg%)

 

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