Der spezifische Drehwert einer Substanz ist eine
stoffspezifische Konstante und ist ein Maß für die
optische Aktivität dieser Substanz. Der Drehwert wird als
bezeichnet und wird mit Hilfe eines Polarimeters
bestimmt (siehe Abbildung). Dieses Polarimeter erzeugt links- und
rechts circular polarisiertes Licht, welches durch
überlagerung linear polarisiertes Licht ergibt.
Durchdringt linear polarisiertes Licht ein optisch
aktives Medium, so wird das links bzw. rechts circular polarisierte
Licht unterschiedlich gebrochen, da
.
Im Experiment wird daher die Polarisationsebene linear polarisierte Licht durch die Brechung nach links oder rechts gedreht.

Es gilt:
(in deg.)
: Brechungsindex
l: Weglänge der Küvette in Dezimeter meist l = 1 dm = 10 cm
0: Wellenlänge im
Vakuum in cm
Beispiel:
Na-D Linie
= 589 nm
2-Butanol
= 11.2° (Messwert)
T = 20 °C
l = 1 dm
Es folgt
daher:
Die Brechungsindices
und
unterscheiden sich also nur um einen sehr kleinen Betrag.
Für den spezifischen Drehwert gilt:
in [deg × cm2 × g-1]
Der spezifische Drehwert ist eine tabellierbare Stoffkonstante.
Die Angabe des spezifischen Drehwertes erfolgt folgendermaßen:
![]()
Experimentell kann man
nicht unterscheiden.
Will man das Vorzeichen der Drehung genau bestimmen, so
verändert man hierzu die Weglänge l im Experiment.
Man misst mit unterschiedlichen Kürvetten. Dies ist aber meist
nicht nötig.
Bei einem Vergleich ähnlicher Verbindungen vergleicht man
häufig die Molare Drehung
.
M: Molekulargewicht