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Buchmalerei  Burgundische Buchkunst von den Valois bis zu den Habsburgern - Beschreibung

 
Mit dem Goldenen Zeitalter burgundischer Buchmalerei beschäftigt sich dieses Seminar, also mit vorwiegend flämischen Handschriften, die zwischen 1420 und 1520 im Umfeld der burgundischen Herzöge aus den Häusern Valois und Habsburg entstanden sind. Stärker als die Tafelbilder der Altniederländer geben sie Einblick in die Hofkultur. Einflüssen der französischen und der italienischen Malerei durchaus unterworfen, aber ebenso auf andere Kunstlandschaften, ja, bis nach England ausstrahlend, bilden die burgundischen Niederlande ein Kunstzentrum eigenen Rechtes. Funktion und Stellenwert von Büchern im Spätmittelalter, Anspruch und Motivation der bibliophilen Auftraggeber, Produktionsprozesse und künstlerische Vielfalt des Mediums Buch werden veranschaulicht. Zugleich wird eine allgemeine Einführung in Beschreibung und Analyse von Handschriften gegeben.

Lernziele:

Neben einer Einführung in eine für die Buchproduktion des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit außerordentlich bedeutsame Kultur hat sich dieser Kurs zum Ziel gemacht, Handwerkszeug zur Erfassung von Handschriften zu vermitteln und den analytischen Umgang mit illuminierten Büchern, zunächst unabhängig von Zeit und Ort ihrer Entstehung, grundsätzlich zu schulen. Die Teilnehmer sollen mit den historischen Sammlern und ihren Bibliotheken vertraut werden sowie die technischen Abläufe bei der Entstehung von Büchern begreifen. Die wichtigsten Texttypen aus liturgischem und paraliturgischem Bereich sowie aus den profanen Feldern von Geschichtsschreibung, Literatur und Didaktik werden in signifikanten Beispielen mit ihrer spezifischen Bebilderung verständlich. Selbstverständlich soll auch ein Überblick über die führenden Buchmaler der Zeit gewonnen werden.

 

Lehrangebot im WS 2006/07

Bildprogramme großer französischer Stundenbücher um 1410 zwischen italienischem Trecento und nordalpiner Altarmalerei

13 524 - HS - 2 SWS

Do 18.00-20.00 - Koserstr. 20, A 125 (Übungsraum), ab 19.10.2006

Dozent: Eberhard König

Das Seminar versteht sich als ein Versuch, die inzwischen am Kunsthistorischen Institut gesammelten Bilddaten zu den Stundenbüchern des Herzogs von Berry und anderen Hauptwerken der französischen Buchmalerei um 1410 (Bedford- und Boucicaut-Stundenbuch sowie zahlreiche andere Handschriften) für einen Unterricht zu nutzen, der zugleich die Freskenzyklen (Giotto in Padua u.a.) und auch die wichtigsten Tafelbilder (vor allem von Duccio, Simone Martini und den Lorenzetti) aus Italien einbezieht und den Blick auf die vorwiegend deutschen Altarzyklen (Conrad von Soest in Wildungen usw.) zu richten.

Das Seminar kann nur sinnvoll verfolgt werden, wenn man die Vorlesung des WiSe hört, da dort Zusammenhänge erläutert werden, die für die Arbeit an den Referaten unerlässlich sind.

Für das Seminar kommen Teile der Internetanwendung "Burgundische Buchkunst von den Valois bis zu den Habsburgern" zum Einsatz.

Literatur: Millard Meiss, French painting in the Time of Jean de Berry,
3 Bände, London und New York 1967-1974; Ausst.-Kat. Paris 1400, Paris 2004; diverse Publikationen von Eberhad König (zuletzt Kunstchronik 2005, S. 88-105, und 2006, S. 225-237 (siehe auch Webseite des Instituts zu Très Belles Heures, Belles Heures u.a.).

 

letzte Aktualisierung: 28.9.2006

 


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