 |

Das Bundesministerium für
Bildung und Forschung und der Projektträger
haben ihr Förderprogramm,
innerhalb dessen die Schule des Sehens 2002-2003 gefördert worden
ist, wie folgt beschrieben:
|
Förderprogramm Neue Medien
in der Bildung
- Lehr- und Lernsoftware -
|
| I. Herausforderungen und Chancen
multimedialen Lehrens und Lernens |
Die westlichen Industriestaaten befinden
sich im Umbruch von Industriegesellschaften hin zu Informations- und
Kommunikationsgesellschaften oder Wissensgesellschaften. Die damit
verbundenen tiefgreifenden Veränderungen und Gestaltungspotenziale
betreffen nahezu alle Lebensbereiche. Der Bildungsbereich ist durch
diesen Wandel zugleich betroffen und gefordert. Es ändern sich nicht
nur die inhaltlichen und strukturellen Anforderungen an die Aus- und
Weiterbildung, vielmehr bieten die Neuen Medien auch neue Möglichkeiten
für die Aufbereitung des Wissens, seiner Präsentation sowie der Gestaltung
der Vermittlungsprozesse in der Lehre. Selbstlernen und betreutes
Lernen werden mit Hilfe der Neuen Medien eine tiefgreifende Umgestaltung
erfahren. Die digitale Aufbereitung von Wissen gewinnt an Bedeutung
und neue Formen von Wissensvermittlungsprozessen bilden sich heraus.
Die Vision des selbstbestimmten, ortsunabhängigen Lernens bekommt
neue Impulse: Die modernen Informations- und Kommunikationstechniken
eröffnen neuartige Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die
ein eigenverantwortliches und selbstorganisiertes individuelles Lernen
und ein Einstellen auf unterschiedliche, sich rasch wandelnde berufliche
Anforderungen ermöglichen. Netzbasiertes Lernen bricht die Strukturen
herkömmlicher Lehrangebote auf und verbindet inhaltlich und organisatorisch
stärker als bisher berufliche Erstausbildung und spätere Weiterbildung.
Die breite Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken im
Bildungsbereich und der Einsatz multimedialer Wissensvermittlung bieten
die Chance,
· junge Menschen bereits in der Schule besser auf private und
berufliche Anforderungen der Wissensgesellschaft vorzubereiten und
sie mit multimedialem Lernen frühzeitig vertraut zu machen,
· das bewährte und international anerkannte Duale System der
beruflichen Bildung weiterzuentwickeln,
· den Strukturwandel im Hochschulbereich zu unterstützen und
die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschullehre
zu erhöhen,
|
· Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
besser auf Veränderungen im Betrieb und am Arbeitsmarkt vorzubereiten
und sie an der Gestaltung betrieblicher Entwicklungsprozesse zu beteiligen,
· für ein selbstbestimmtes, ortsunabhängiges Lernen, von dem
vor allem Frauen und Männer profitieren können, die sich aufgrund
von Kindererziehung, Krankheit, Alter oder anderen Lebensumständen
zu Hause bilden wollen,
· zu neuen kooperativen Lehr- und Lernformen.
Die Bildungsbiographien der nächsten Generationen werden, angestoîen
durch die enorme Geschwindigkeit des wirtschaftlichen und technischen
Wandels, ihre streng sequentielle Struktur verlieren. Lebenslanges
Lernen während der Berufstätigkeit wird daher an Bedeutung zunehmen
und kann dazu beitragen, die Veränderungen am Arbeitsmarkt sozial
bewältigbar zu machen und die Chancen des Wandels für alle sozialen
Gruppen zu erschlieîen. Erheblich verändern wird sich durch den Einsatz
der Neuen Medien auch der Weiterbildungsmarkt. Neue Anbieter, die
sich vor allem auf netzbasierte Fort- und Weiterbildung spezialisieren,
werden hinzutreten. Hier liegt langfristig ein erhebliches Potential
für Unternehmensgründungen sowohl im Bereich der Inhalte als auch
der Softwaresysteme, und es resultieren Chancen für Ausgründungen
aus Hochschulen und auîeruniversitären Forschungseinrichtungen. Das
Bundesministerium für Bildung und Forschung will mit dem nachstehenden
Förderprogramm zu dem bevorstehenden komplexen Wandlungsprozess einen
Beitrag leisten. In den Haushaltsjahren 2000-2004 sind für das Programm
Bundesmittel in Höhe von ca. 400 Mio. DM vorgesehen. Ziel der Förderung
ist eine dauerhafte und breite Integration der Neuen Medien als Lehr-,
Lern-, Arbeits- und Kommunikationsmittel in Aus- und Weiterbildung
sowie die qualitative Verbesserung der Bildungsangebote durch Medienunterstützung
|
| II. Ziele und Schwerpunkte des
Programms |
Die Neuen Medien werden als allgemein gebräuchliche
Lehr- und Lernhilfsmittel nur dann in den Bildungsalltag Einzug halten,
wenn neben den technischen und organisatorischen Voraussetzungen vor
allem auch multimedial aufbereite Lehr- und Lerninhalte zur Verfügung
stehen. Die Entwicklung von Software mit einer hohen fachlichen und
didaktischen Qualität stellt alle Bildungsbereiche in fachlicher und
finanzieller Hinsicht vor erhebliche Herausforderungen. Neue Fertigkeiten,
beträchtliche Entwicklungsanstrengungen, die Entwicklung von Nutzungskonzepten
- insbesondere auch netzbasierter - und deren Erprobung in der Breite
sind erforderlich. Angesichts der bildungs-, sozial- und wirtschaftpolitischen
Bedeutung fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) diese Entwicklungs- und Erprobungsprozesse elektronischer Lernmedien.
Ziel des Programms ist es,
· Mehrwert durch die Computernutzung im Bereich des Lehrens
und Lernens zu schaffen, |
· den Strukturwandel im Bildungsbereich
voranzutreiben, der durch die Globalisierung und die IuK-Techniken
induziert ist,
· den Markt für Lernsoftware, dem weltweit zweistellige Zuwachsraten
prognostiziert werden, in der Bundesrepublik Deutschland zu stimulieren,
und
· eine eigenständige nationale Lernkultur bewahren zu helfen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will gemeinsam mit
Wissenschaft, Wirtschaft, Ländern und Kommunen dazu beizutragen, dass
Deutschland bis zum Jahr 2005 eine weltweite Spitzenposition bei Bildungssoftware
einnimmt. Dies ist eine der wesentlichen Zielmarken, die das Bundeskabinett
mit dem Aktionsprogramm "Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft
des 21. Jahrhunderts" gesetzt hat. |
|