| Diego Velázquez >> Historischer Hintergrund >> Zeitgeschehen |
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(...) Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte Spanien durch Friedensschlüsse und Waffenstillstände mit England, den Niederlanden und Frankreich seine Vorherrschaft in Europa vorübergehend noch einmal behaupten können. Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 sollte jedoch schon bald die Entspannungsphase beenden. Im Verlauf dieser langen Auseinandersetzung wurde immer deutlicher, dass Spanien nicht mehr in der Lage war zu verhindern, dass Niederländer und Engländer den Überseehandel bedrohten, dass sie durch intensive Schmuggeltätigkeit dem spanischen Geschäftsinteresse schadeten. (...) 1621 war der Waffenstillstand mit den Niederlanden ausgelaufen; der Kampf drehte sich inzwischen nicht mehr nur um die Unabhängigkeit des Landes oder um religiöse Freiheit, sondern um die Beherrschung der Weltmeere, nachdem die Niederlande mit der Ost- und der später gegründeten Westindienkompanie Teile des portugiesischen Orienthandels und Kolonialreiches übernommen hatten. (...) Der wieder begonnene Krieg brachte in den 1620er Jahren vorerst für keine der beiden Seiten einen entscheidenden Durchbruch. Seit 1627 stand Spanien auch wieder im Kriegszustand mit Frankreich; 1636 fielen französische Truppen in der Franche Comté, der Freigrafschaft Burgund, und in den spanischen Niederlanden ein. Während der Landkrieg noch einigermaßen von den Spaniern bestritten werden konnte, befand sich Spanien auf hoher See und in den Kolonien bereits eindeutig in der Defensive. 1639 wurde die spanische Flotte im Kanal größtenteils von der niederländischen zerstört - ein auch nach außen hin untrügliches Zeichen dafür, dass die spanische Vorherrschaft in Europa sich ihrem Ende neigte. (...) Ein von Olivares entfachtes Ablenkungsmanöver - die Eröffnung einer zweiten Front gegen Frankreich durch Angriffe von Katalonien und dem Baskenland aus - entlud sich 1640 in einem Aufstand der Katalanen gegen Kastilien, der seinen Anfang in der Ermordung des Vizekönigs von Barcelona nahm. Die Autonomiebestrebungen der Katalanen konnten zwar unterbunden werden, nicht jedoch die Abspaltung Portugals im gleichen Jahr. (...) 1643 musste Olivares seine Politik als gescheitert ansehen. Als zu den Wirtschafts- und Versorgungsproblemen 1643 noch die militärische Niederlage von Rocroi gegen die Franzosen hinzukam, musste der mächtige valido seinen Posten räumen. Sein Neffe Luis Mendes de Haro trat an seine Stelle, sollte jedoch nie sein politisches Profil erlangen. (...) Die verheerende Niederlage von Rocroi gegen die Franzosen im Jahr 1643 ließ deutlich werden, dass Spanien seinen machtpolitisch-militärischen Höhepunkt in Europa überschritten hatte. Rocroi beendete auch den Mythos der unbesiegbaren spanischen Infanterie. Letztlich war der Sieg der Franzosen ein Sieg der modernen Waffensysteme, der Kavallerie und der Artillerie, über die alten Bataillone der Spanier. (...) Ein erschöpftes Spanien musste einem dynamischen Frankreich weichen. Der Aufstieg Frankreichs zur Vorherrschaft auf dem Kontinent war deutlich zu erkennen. Auch außerhalb ihrer eigentlichen Kernländer war die spanische Monarchie schwer angeschlagen, wie die Aufstände in Sizilien und Neapel 1647 verdeutlichen. Dringend notwendig für eine Stabilisierung des Landes war ein internationaler Friedensschluss, der 1648 mit den Niederlanden zustande kam. Im gleichen Jahr wurde in Münster und Osnabrück der Dreißigjährige Krieg durch Friedensunterzeichnungen beendet, die auch für Spanien eine Entspannung bedeuteten, das sich immer wieder um die Sicherung seiner Landwege zwischen Italien und den Niederlanden kümmern musste. Mit dem Frieden von 1648 musste Spanien endgültig den Traum eines katholischen Reiches in einem von Madrid beherrschten Europa aufgeben. Somit beendete der Westfälische Friede gewissermaßen das Zeitalter der Gegenreformation, in dem Spanien in seinem Bemühen, mit Hilfe von Papst und Kaiser den Katholizismus europaweit zu restituieren, ein führende Rolle gespielt hatte. (...) Der Krieg zwischen Frankreich und Spanien wurde erst 1659 mit dem auf der "Fasaneninsel" des Grenzflusses Bidasoa geschlossenen Pyrenäenfrieden beendet, der das bereits seit 1648 erkennbare französische Übergewicht in Europa bestätigte. Fortan bildeten die Pyrenäen die Grenze zwischen beiden Staaten. (...) Darüber hinaus enthielt der Pyrenäenfrieden eine Heiratsvereinbarung zwischen María Teresa, der ältesten Tochter Philipps IV., und Ludwig XIV. von Frankreich, was in Paris die Hoffnung nährte, einst das Erbe des spanischen Weltreiches antreten zu können. (...) Spätestens mit dem Pyrenäenfrieden hatte das Zeitalter der spanischen Vorherrschaft seine Abschluss gefunden; allmählich brach das Reich Karls (I./V.) auseinander." 1665 starb Philipp IV., der den politischen Niedergang nicht hatte aufhalten können. --------
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