| Diego Velázquez >> Historische Hintergründe >> Zeitgeschehen >> Tridentiner Konzil |
|
|
|
|
|
Auf dem großen, durch das Aufkommen des Protestantismus vor allem in Deutschland, in den Niederlanden und in der Schweiz notwenig gewordenen Reformkonzil der wichtigsten katholischen Mächte in Trient, bei dem den spanischen Königen (vor allem seit 1556 Philipp II. spanischer König geworden war) ein bedeutende Rolle zufiel, wurde u.a. die Bedeutung der Bilder für das religiöse Leben nachhaltig unterstrichen. Besonders in Spanien wurde unter Philipp II. und seinen Nachfolgern die Macht der Bilder ganz wesentlich in den Dienst der katholischen Kirche gestellt. Vor allem das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariaes (damit ist nicht die Zeugung Jesu gemeint, sondern die Mariens), das schon ab 1618 in allen Universitäten Spaniens per Dekret verteidigt werden sollte, beeinflusste die Malerei und die Darstellungen der in Spanien besonders verehrten Maria Immaculata (Attribute: Sternenkranz, Krone, Oval des Sonnenlichtes und die mit den Spitzen nach unten gerichtete Mondsichel) nachhaltig. 1622 bestätigte Papst Gregor XV. diese Lehrmeinung. Vom Papst wurde diese Lehre erst im 19. Jahrhundert zum Dogma erhoben. Das Bilderdekret untersagte ausdrücklich
laszive Darstellungen in religiösen Gemälden, auch in der
weltlichen Kunst, vor allem in Gemälden mythologischen Inhalts,
und hier besonders weibliche Aktdarstellungen. Francisco Pacheco (1564
- 1644, Schwiegervater von Velázquez), der die Einhaltung der
Bilderdekrete im Namen der Inquisition in Sevilla überwachte, empfahl
den Malern, italienische und deutsche Kupferstiche als Vorlagen zu verwenden
und nur das Gesicht und die Hände nach weiblichen Modellen zu gestalten.
|
|
|
|
|