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Zweite Italienreise 1649/50

Doch bevor Velázquez sein Meisterwerk beginnen konnte, führte ihn 1649 eine erneute Reise nach Italien, diesmal im Gefolge des Herzogs von Nájera, der in Trient die Nichte des spanischen Königs, Maria Anna von Österreich abholen sollte. Velázquez nahm diesmal die Route über Genua, Venedig, Bologna nach Rom. Er sollte Bilder und antike Statuen für die königliche Sammlung ankaufen, ein Unternehmen, das aufgrund der prekären finanziellen und politischen Situation Spaniens Kritik hervorrief: "Ein gewisser Velázquez ist hier angekommen und, wie es heißt, beauftragt, durch Italien reisen und den Versuch zu machen, Statuen und Gemälde anzuschauen und die besten zu Ausschmückung des Palastes in Madrid zu kaufen. Und dieser Hof (der päpstliche), der das Vorrecht für sich beansprucht, über alles, besonders die Handlungen der Fürsten, freimütig und streng zu urteilen, ist sehr dagegen, weil er es nicht für angemessen hält, in einer Zeit, in der sich alle möglichen Verluste und Katastrophen eignen, Zeit und Geld für eine Sache von so geringer Bedeutung auszugeben", wie der Kardinal de la Cueva an seinen Bruder in Madrid berichtete. Bei Palomino sind die Ankäufe verzeichnet, die sich auch in den Inventaren königlichen Kunstsammlungen nachweisen lassen. 1650 wird Velázquez in die römische Akademie aufgenommen.

Wie bei seinen ersten Besuch, entstanden auch diesmal in Rom eigene Werke; jetzt waren es jedoch Porträts von Mitgliedern der römischen Oberschicht. Abgesehen von dem Konterfei seines Werkstattgehilfen Juan de Pareja , ein Gemälde, dass durch seine Lebendigkeit und Ungezwungenheit beeindruckt, schuf er u.a. das berühmte Porträt "Papst Innozenz X". Der damals 75-jährige Papst ist als Dreiviertelfigur in einem breiten Lehrstuhl sitzend vor einem üppig drapierten roten Vorhang gegeben. Die Farben Rot, in seinen kalten und warmen Nuancen geschickt eingesetzt, Gold und Weiß überwiegen. Velázquez gelingt mit diesem Bildnis eine treffende Charakterdarstellung dieses als zäh, unnachgiebig und unbestechlich beschriebenen Kirchenfürsten, dessen grobe Gesichtszüge einen Kontrast zu den wachsamen Augen und den feingliedrigen Händen bilden. "Troppo vero" - "Zu echt" , soll der Papst der Legende zufolge ausgerufen, als er das bild zu ersten Mal sah. Das Porträt von Innozenz X. reiht sich unter die großen Papstporträts von Raffael (Papst Julius II. National Gallery, London) und Tizian (Papst Paul III., 1543, Galleria di Capodimonte, Neapel) und das Porträt des Großinquisitors Nino de Guervara von El Greco (1600, Metropolitan Museum, New York) ein. Weitere Porträts u.a.: Camillo Massimi . >>

Camillo Massini;
1650; Öl auf Leinwand, 73,6 x 58,5 cm,
London: The National Trust, Kingston Lacy, TUD Diathek

Juan de Pareja ;
1649/1650, Öl auf Leinwand,
81,3 x 69,9 cm ,
New York, Metropolitan Museum of Art,
TUD Diathek

 

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Diego Velázquez: Innozenz X.,
1650, Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm,
Rom, Galleria Doria-Pamphilj, TUD Diathek

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Anmerkungen

1 Philipp IV. hatte sich entschlossen, die für seinen 1646 verstorbenen Sohn Baltasar Carlos ausgewählte Frau selbst zu heiraten.
2 zitiert nach Zelger 1994, S. 77f.

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