Diego Velázquez >> Einführung >> Glossar

 

 

 

 

Apelles
(um 330 v. Chr.), griechischer Maler und Hofmaler Alexander des Großen. Einige seiner nur literarisch überlieferten Bildkompositionen werden versuchsweise von Malern der Renaissance rekonstruiert. (Scholz-Hänsel 2000, S. 136)

Bilderdekret
Reformerlass des Tridentinischen Konzils (1545-1563) zur Bilderverehrung. In der abschließenden 25. Sitzung des Konzils am 3. und 4. Dezember wurde ein Beschluss über die Anrufung der Heiligen, die Verehrung von Reliquien und den Gebrauch von Bildern gefasst. Das Dekret erlaubt die kultische Verehrung der Bilder Christi, Mariens und anderer Heiliger, wobei es festhält, dass die Gläubigen über die Fürbitte und Anrufung der Heiligen, über die Verehrung von Reliquien und den rechten Gebrauch der Bilder unterrichtet werden sollen. Auch legt das Dekret fest, dass Bilder über das Erlösungsgeheimnis Christi den Kirchgänger stets an die Glaubenslehre erinnern, Heiligendarstellungen zur Nachahmung tugendhaften Verhaltens anregen und zur Erbauung führen sollen. Daneben enthält es auch Vorschriften zur ikonographischen Gestaltung sakraler Kunst. Sie soll jeden unehrenhaften, zweideutigen, unsittlichen oder auch nur ungeordneten oder profanen Charakter vermeiden.(Scholz-Hänsel 2000, S. 136f.)

Bodegón
Der Begriff bodegón leitet sich ab von bodega, dem spanischen Wort für Schenke, Taverne, Küche. In der zeitgenössischen Literatur verstand man darunter einen in einem Keller eingerichteten Raum, in dem Mahlzeiten für einfache Leute zubereitet wurden. Daher bezeichnet bodegón auch ein Bild, auf dem karge Speisen für das Volk dargestellt sind. Entstanden sind sie unter dem Einfluss der niederländischen Küchenstücke und wurden vor allem in Sevilla und Toledo gepflegt. Zu den Begründern zählt unter anderen der junge Diego Velázquez, der sich ihnen vorwiegend in seiner Frühperiode widmete. Die bodegones trugen zur Überwindung des Manierismus und zur naturalistischen Entwicklung der spanischen Malerei bei. Später wurde der Begriff für Stillleben ganz allgemein eingeführt. Erstmals taucht er wahrscheinlich 1599 im Testament des Malers Juan Pantoja de la Cruz (1553-1608) auf, wo - ohne weitere Hinweise - von drei "bodegones de Italia" die Rede ist. Die wohl früheste Umschreibung finden wir in dem 1611 erschienenen Tesoro de la lengua castellana o espagnola des Sebastiano de Covarrubias: Ein Keller- oder Erdgeschoss, in dem sich die Weinstube befindet und jeder, der niemanden hat, der ihm die Mahlzeiten kocht, eine solche zubereitet findet - und das Getränk dazu. (Scholz-Hänsel 2000, S. 137; Zelger 1994, S. 17.)

Conde-Duque de Olivares
Eigentlich Gaspar de Guzmán (1586 -1645 ) Graf von Olivares, rückte im Oktober 1622 nach dem Tod seines Onkels Baltasar de Zúniga zum leitenden Minister und Günstling Philipps IV. auf. 1625 wurde er zum Herzog von San Lúcar la Mayor ernannt. 1643 wurde er von Philipp IV. seines Amtes als leitender Minister enthoben, zwei Jahre später verstarb er in Toro. Politischer Gegenspieler des Kardinal Richelieu ( - 1642). Er veranlasste den Bau des neuen Königspalastes Buen Retiro, Förderer von Diego Velázquez.

Decoro
(span., ital., "Ehrfurcht, Achtung, Ehrgefühl, Anstand, Würde"), ein im Bilderdekret des Tridentinischen Konzils (1545 - 1563) festgeschriebener ethisch-moralischer Grundsatz, der auf ein Konzept des römischen Architekten und Baumeisters Vitruv (geb. um 84 v. Chr.) zurückgeht. Er behandelt die Angemessenheit eines Kunstwerkes im Hinblick sowohl auf seine Aufstellungsort als auch auf das Verhältnis von bildlicher Umsetzung und Thema.(Scholz-Hänsel 2000, S. 137)

Graf von Monterrey
Manuel de Fonseca y Zuniga, Graf von Monterrey, gehörte dem intimen Kreis um den Conde-Duque de Olivares an; war er doch mit einer Schwester des Conde-Duque, Leonor verheiratet, indes der Conde-Duque seine Schwester Ines zur Frau hatte.

Hierarchie der Malerei
In den Malereitraktaten des 16. und 17. Jahrhunderts entwickelten die Autoren eine Rangfolge der Gattungen der Malerei, derzufolge die Historie als ranghöchste Gattung angesehen wurde. Es folgten Porträt, Tiermalerei, Landschaftsmalerei und am Schluss das Stillleben. Unter dem Begriff "Historienbild" wurden sowohl historische als auch biblische, mythologische und dichterische Sujets verstanden. (vgl. hierzu Hellwig, Karin: Die spanische Kunstliteratur im 17. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 1996, S. 203ff.)

Kontrapost
Wechsel zwischen Stand- und Spielbein.

Legenda Aurea
Sammlung von Heiligenlegenden des Jacobus de Voragine (1228/1230 - 1298).

Narren und Zwerge
Die Rolle der Zwerge am Hofe Philipps IV. beschrieb Zelger wie folgt: "Der König habe ohne diese Spaßmacher weder essen noch trinken können, wird überliefert (Justi 1888/1982, S. 567) Sie sollen ihn überallhin begleitet haben, ins Theater, zu Festen und Audienzen. Durch ihre Scherze belebten Hofnarren schon im griechisch-römischen Altertum, vor allem an der Tafel, die Unterhaltung. Am spanischen Hof - ganz besonders unter Philipp IV. - spielten sie eine dominierende Rolle. Sie allein konnten sich in Gegenwart des Königs frei bewegen. Ihre Hauptaufgabe war, den zur Schwermut neigenden Herrscher aufzuheitern, aber auch die Höflinge in ihrem "goldenen Käfig" vor Vereinsamung und allzu großer Langeweile zu bewahren. Sie sprudelten über von witzigen Einfällen und scheuten sich nicht, derbe Wahrheiten zu sagen. Sie übermittelten auch, was in der Stadt geschwatzt wurde und was das Volk dachte. Da gab es also die Spaßmacher am Hof, die "truhanes", intelligente Entertainer, Possenreißer und Schauspieler, dann die "phénomènes", Menschen, die durch körperliche und geistige Schäden von der Norm abwichen. Ohne Rücksicht auf solche Umstände waren in der Regel alle diese Außenseiter fest bedienstet, lebten meist im königlichen Palast und erhielten, je nach Unterhaltungswert, einen Monatslohn sowie verschiedene Vergünstigungen, Kleider und Naturalien." (Zelger 1994, S. 70) Einige der Zwerge hatten auch wichtige Positionen inne wie beispielsweise der Zwerg Don Diego de Acedo, genannt el Primo, der die Position eines Sekretärs innehatte.

Paragone
(ital. "Vergleich, Gegenüberstellung") Bezeichnung für den seit der Renaissance beliebten Rangstreit der Künste, der sich in einer umfangreichen kunsttheoretischen Literatur niederschlägt.(Scholz-Hänsel 2000, S. 139)

Siglo de Oro
(span. "Goldenes Zeitalter"), seit dem 18. Jahrhundert geltender Periodisierungsbegriff in der spanischen Literaturgeschichte. Die Bezeichnung erfüllt eine ähnliche Funktion wie in anderen Literaturen der Begriff der Klassik. Insbesondere benennt er den Zeitraum von 1520 bis 1680 und erfasst daher gleichermaßen die Glanzleistungen der Renaissance und des Barock in Spanien. (Scholz-Hänsel, 2000 S. 139)

Simultandarstellung
(lat. simul "zugleich, gleichzeitig") auch Montagebild, Sonderart vorwiegend der Malerei und Graphik. Vereint Figuren und Szenen verschiedener Zeiten und Orte in einer einzigen Darstellung.

Spanische Schule
Eine im 19. Jahrhundert entstandene Bezeichnung für die spanische Malerei des 16. und des 17. Jahrhunderts, die sich vor allem durch eine stark naturalistisch geprägte Malweise und durch eigenwillige Heiligendarstellungen auszeichnet. Der französische König Louis-Philippe (1773 - 1850) erwarb 450 Gemälde spanischer Meister und stellte sie 1838 - 48 in der "Spanischen Galerie" im Louvre in Paris aus. Die Bilder beeindruckten die Pariser Kunstszene stark. Die Hautpvertreter der Malerei der spanischen Schule sind unter anderem Juseppe de Ribera (1591 - 1652), Francisco de Zurbarán (1598 - 1664) und Diego Velázquez (1599- 1660). (Scholz-Hänsel 2000, S. 139)

Tenebrismus
(ital. tenebroso, "finster,dunkel"), Bezeichnung für die besonders von Michelangelo da Caravaggio (1573 - 1610) und seiner Schule ausgehende, kräftig konstrastierende Helldunkelmalerei. (Scholz-Hänsel 2000, S. 139)

Tridentinum
Lateinisierte Bezeichnung für das Tridentinische Konzil, auch Trienter Konzil genannt. Das zwischen 1545 und 1563 in Trient tagende 19. ökumenische Konzil der katholischen Kirche war von Papst Paul III. als Reaktion auf die Reformation einberufen worden, um die getrennten Gläubigen wieder in der katholischen Kirche zu vereinigen. Das Tridentinum wurde in drei Sitzungsperioden (1545-47, 1551/52, 1562/63) abgehalten. Die Beschlüsse sind in längeren Erörterungen (decreta) oder kürzeren Sätzen (canones) zusammengefasst. Das Konzil von Trient leitete religionsgeschichtlich die Gegenreformation ein. (Scholz-Hänsel, 2000 S. 139)

Trinität
(lat. trinitas, "Dreiheit), Dreieinigkeit; in der christlichen Glaubenslehre die Dreifaltigkeit Gottes in der Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. (Scholz-Hänsel 2000, S. 139)

***