Diego Velázquez >> Rezeption>> Wiederentdeckung Velázquez´ durch Carl Justi

 

 

 

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Velázquez in der Vitenliteratur des 17. Jahrhunderts

Bereits zu seinen Lebzeiten erschienen als Teil umfangreicherer Künstlerviten erste biographische Werke über Velázquez. Auf einige soll im folgenden kurz hingewiesen werden, da sie als "Kampfschriften" in den Bemühungen um eine Anerkennung der Malerei als zu den artes liberalis zählende Kunstgattung eine wichtige Rolle spielte. Ausführlich berichtet Karin Hellwig in ihrem Buch Die spanische Kunstliteratur im 17. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 1996 über die Entstehung und die Rolle der kunsttheoretischen Schriften in Spanien während des Siglo de Oro.

Die früheste Biographie verfasste 1636 sein Schwiegervater Francisco Pacheco (1564 - 1644): In dem Traktat Arte de la Pintura, der erst nach Pachecos Tod im Jahre 1649 in den Druck kam, konzentrierte sich der Autor vor allem auf die herausragende Stellung, die der zum Zeitpunkt des Abfassens der Biographie 37-jährige Maler am spanischen Königshof innehatte. Er suchte darüber hinaus, die nobleza del arte de la pintura zu belegen, um den paragone mit der Bildhauerei für die Malerei positiv zu entscheiden.

 

E. Bocour, Porträt des Francisco Pacheco,
Kupferstich, aus: Hellwig, Karin,
Die spanische Kunstliteratur im
17. Jahrhundert ,
Frankfurt a.M. 1996, Abb. 3.



 

Francisco Pacheco, El Arte de la Pintura, Sevilla 1649, Frontispiz,
aus: Hellwig, Karin, Die spanische Kunstliteratur im 17. Jahrhundert ,
Frankfurt a.M. 1996, Abb. 2.

 

Lázaro Díaz del Valle y de la Puerta, verfasste 1656 mit dem Traktat Origen e Yllustracion del nobilissimo y Real Arte de la Pintura den ersten Vitentraktat Spaniens, der jedoch unpubliziert blieb. Díaz del Valle, der als Genealoge und Historiker am Hofe Philipps IV lebte und mit Velázquez befreundet war, übernahm fast wörtlich den Hauptteil aus der Vita des Pacheco. Erst mit Velázquez zweiter Romreise 1648-1651 setzte sein eigener Beitrag ein und endete 1658. Es ging ihm in seiner Schrift vor allem darum, die Verdienste und Auszeichnungen des Malers aufzuzeigen. Leere Seiten am Beginn und am Ende des Manuskriptes weisen darauf hin, dass Díaz del Valle die Angaben vervollständigen wollte. Die Schrift endet mit dem Hinweis auf den Antrag König Philipps IV., Velázquez in einen der drei Militärorden aufzunehmen.
Karin Hellwig nimmt an, dass dieses Werk, in dem neben Velázquez auch über Rubens, Sánchez Coello, Navarrete, Carducho usw. berichtet wird, im Auftrag von Velázquez geschrieben wurde, mit dem Ziel, die Nobilität der Malerei nachzuweisen 0 . Es spielte demzufolge für das Nobilitierungsverfahren von Velázquez eine wichtige Rolle.

Der in Zaragoza lebende Maler Jusepe Martínez (1602 - 1682) widmete Velázquez ebenfalls einen Abschnitt seinem Traktat Discursos practicables, mit deren Abfassung er 1673 beschäftigt war. Er kannte Velázquez persönlich von gegenseitigen Besuchen. 1642 und 1644 weilte Velázquez in Fraga. Die Biographie von Velázquez, die im dritten der Viten zu finden ist, beginnt 1623 mit der Aufnahme am Madrider Hof. Sie endet mit dem Todesjahr des Künstlers 1660. Der chronologisch aufgebaute Bericht stützt sich auf persönliche Erfahrungen und weitere, am Hof zusammengetragene Informationen. >>



 

 

 

Diego Velázquez: Alte Frau beim Eierbraten
1618, Öl auf Leinwand, 100,5 x 119,5 cm, Edinburgh,
National Gallery of Scotland,
aus: Norbert Wolf, Velázquez, Köln 1999, S. 10.

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