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Zusammenfassung |

Griechische Mythen sind auf das Engste mit dem
Kult und mit Kultstätten verbunden, wie sie denn auch in erster
Linie bei kultischen und staatlichen Festen und Wettbewerben wie den
Panathenäen und Olympischen Spielen in Erscheinung treten. Mythen
können Kulte begründen und erklären, Kulte und staatliche
Feste verstärken die Verbindlichkeit der Mythen.
Griechische Mythen erklären mit unwiderleglicher Autorität
den Ursprung der Welt, die Herkunft der Götter und Heroen, die
Entstehung von Gemeinwesen, die Ideale gesellschaftlichen Verhaltens,
das Sosein des Gewordenen. Sie sind - gerade dank ihrer Variabilität
und Anpassungsfähigkeit - verbindlich.
Haben die Mythen von Anbeginn an im Zusammenwirken mit dem Kult auch
eine erzieherische Funktion, so wird diese offenbar um so dominanter,
je stärker sich der Mythos vom Kult löst. "Es ist diese
pädagogische Funktion des Mythos, welche in der Folgezeit immer
wichtiger wird. Neu ist sie nicht, schon Homers mythische Exempla
haben die Absicht, etwas zu demonstrieren; die Sophisten scheinen
aber als erste den Mythos überhaupt darauf reduziert zu haben.
Platon zieht nach: in seinem Idealstaat dienen von moralischen Anstößen
gereinigte Mythen zur Erziehung der jungen Wächter (rep. 377
C). |
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Später nennt Plutarch
entsprechend interpretierte Mythen das beste Bildungsmittel für
junge Menschen.
Bei solcher Sehweise machen die Fabeln
Aisops Karriere: sie haben schon immer als mythoi gegolten,
in der Kaiserzeit werden sie sogar als die beste Mythenerzählung
bezeichnet, denn sie sind von Anfang an auf ethische Belehrung aus,
und sie geben auch gleich die Moral an, so dass interpretative Kunststücke
unnötig werden." (Graf
1985, S. 174). |
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Quelle
Nr. 2:
Ein vorsokratisches Fragment, vielleicht von
Platons Onkel Kritias
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Eine bedenkenswerte
Vertiefung:
Karl Marx über die Funktion der
griechischen Mythologie
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