Schule des Sehens  ABBILDUNGEN     QUELLEN     VERWEISE     FORUM    SUCHE STARTSEITE


 

Grundfragen und Deutungsansätze

-- Der historische Ansatz: Mythen überliefern mehr oder minder Geschichte.
-- Der religionsgeschichtliche Ansatz: Mythen entstehen wie Religionen und sind wie diese zu untersuchen.
-- Der psychologische Ansatz: Mythen sind Ausdruck psychischer Konstellationen.
-- Der allegorische Ansatz: Mythen haben neben ihrem sekundären vordergründigen Inhalt primär einen versteckten Sinn.
-- Der materialistische Ansatz: Mythen sind der Versuch, mit Hilfe der Einbildung in der Einbildung Naturkräfte zu beherrschen, die in Wirklichkeit nicht beherrscht werden. Mythen sind Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und als solche zu deuten.


Ödipus-Maler: rotfigurige Vasenmalerei mit Ödipus und der Sphinx, 470 bis 460 v. Chr., Monumenti, Musei e Gallerie Pontificie, Vatikan

Das Rätsel

In der Nähe von Theben stieß Ödipus auf die Sphinx, ein geflügeltes Ungeheuer mit einem Frauenkopf und dem Körper eines Löwen. Sie versetzte die Thebaner immer wieder in Angst und Schrecken, indem sie jedem, den sie traf, ein Rätsel aufgab. Fand man nicht die richtige Antwort - was bis dahin noch niemandem gelungen war - , wurde man von der Bestie verschlungen. Ihr Rätsel lautete: Welches Wesen läuft morgens auf vier, mittags auf zwei und abends auf drei Füßen und ist schwächer, je mehr Füße es hat.

Die richtige Antwort lautete: der Mensch, der als Kind auf allen Vieren, als Erwachsener auf beiden Füßen und als Greis mit dem Stock geht.