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| Epos und Chorlyrik Am Beginn der literarischen Überlieferung stehen die großen Epen Homers, die Ilias und die Odyssee. Homer stammte aus Ionien (heutige türkische Westküste mit vorgelagerten Inseln), sein tatsächlicher Geburtsort ist jedoch nicht bekannt, obwohl in der Antike mehrere Städte den Anspruch erhoben, die Heimat des Dichters zu sein. Als Lebenszeit Homers wird heute meist die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. angenommen, wenngleich gelegentlich auch abweichende Meinungen vertreten werden. Die Ilias besteht aus 15693 Versen (Hexameter) und ist in 24 Gesänge unterteilt. Thema ist nicht die Eroberung Trojas durch die Griechen, sondern der Groll des Achilleus während der Belagerung der Stadt. Die Handlung ist in den als bekannt vorausgesetzten trojanischen Mythenkomplex eingebunden und umfaßt 51 Tage der insgesamt zehnjährigen Belagerung, der Kern der Handlung (13444 Verse) nur sechs Tage. Die Odyssee besteht aus 12109 Versen und ist ebenfalls in 24 Gesänge unterteilt. Geschildert werden die letzten Wochen der Irrfahrt des Odysseus und die Ereignisse im Zusammenhang mit seiner Heimkehr. Hesiod, der zweite bedeutende frühgriechische Dichter, dürfte im 7. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben. Er stammte aus Askra in Böotien und war väterlicherseits äolischer Herkunft. Zu seinen Hauptwerken zählt die Theogonie, ein 1022 Verse umfassendes Epos über die Entstehung der Welt und die Genealogie der Götter. Zahlreiche Epen späterer Verfasser sind meist nur fragmentarisch erhalten. Griechische Epik wird auch in der römischen Literatur rezipiert. So knüpft Vergil (70 - 19 v. Chr.) mit seiner Aeneis an den troianischen Mythenkomplex an. Chorlyrik scheint es im antiken Griechenland zu allen Zeiten gegeben zu haben. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Dichter Alkman (7. Jahrhundert v. Chr.), Stesichoros von Himera und Ibykos von Rhegion (6. Jahrhundert v. Chr.), Simonides (um 557/556 - 468/467 v. Chr.), sein Neffe Bakchylides (nach 520 - um 450 v. Chr.) und Pindar (522/518 - nach 446 v. Chr.). Ihre Werke sind zum großen Teil nur fragmentarisch erhalten. Stesichoros scheint seine Themen den großen Epen entnommen zu haben, seine lyrischen Erzählungen nehmen eine Mittelstellung zwischen Epos und Tragödie ein. |