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Malerei
An erster Stelle ist wegen der großen Zahl
mythologischer Darstellungen hier die Vasenmalerei zu nennen. In der bis
dahin durch geometrische Motive und ornamentale Muster geprägten
Vasenmalerei erscheinen in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts
v. Chr. erstmals bildliche Motive. Wenngleich bei den meisten frühen
Darstellungen nicht sicher ist, ob tatsächlich ein mythologisches
Thema vorliegt, scheint der Mythos auch in den Anfängen der bildenden
Kunst eine wichtige Rolle gespielt zu haben, wie nach der Fülle der
mythologischen Darstellungen seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. anzunehmen
ist.
In der archaischen Zeit erscheinen zahlreiche Mythendarstellungen auf
bemalten Tongefäßen verschiedener griechischer Landschaften,
vor allem aber in der attisch schwarzfigurigen Vasenmalerei (seit ungefähr
630 v. Chr.). Auf Grund ihres Bilderreichtums ist in diesem Zusammenhang
die sog. Francois-Vase besonders erwähnenswert.
Die rotfigurige Vasenmalerei entsteht um 530 v.
Chr. in Athen und verdrängt bald die schwarzfigurige. Die qualitätvolle,
rotfigurig bemalte Feinkeramik attischer Fabrikation bleibt lange konkurrenzlos.
Erst um 440 v. Chr. wird die rotfigurige Vasenmalerei von den Griechen
Unteritaliens übernommen (lukanische, apulische, kampanische, paestanische
und sizilische Vasenmalerei). Gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. wird
diese Gattung von anderen Dekorationsformen abgelöst.
Die vielgerühmten Meisterwerke der griechischen Wand- und Tafelmalerei
sind nicht erhalten und nur aus der antiken Literatur bekannt. Der Perieget
Pausanias sah noch im 2. Jahrhundert n. Chr. mehrere großflächige
Werke aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., beispielsweise in der Stoa Poikile,
einem Hallenbau an der Agora von Athen, eine Iliupersis (Untergang Trojas)
und eine Amazonomachie (Kampf zwischen Griechen und Amazonen) des Malers
Mikon und in der Lesche der Knidier, einem Gebäude im Apollonheiligtum
von Delphi, eine Iliupersis und eine Nekyia (Odysseus in der Unterwelt)
des Malers Polygnotos von Thasos.
Wiedergaben griechischer Malerei sind vielleicht in einigen Werken der
pompejanischen Wandmalerei anzutreffen. Durch den glücklichen Umstand
der Verschüttung der Ruinen sind hier ganze Wandflächen erhalten,
auch mythologische Szenen kommen in bemerkenswerter Zahl vor. Im 4. und
3. Jahrhundert v. Chr. wurden auch Innenwände von Grabkammern gelegentlich
mit mythologischen Szenen bemalt, einige Beispiele sind aus Makedonien
und Thrakien bekannt.
Daneben gab es zu allen Zeiten kleinformatige Malerei auf Bildträgern
verschiedenen Materials. Bereits der hocharchaische Apollontempel in Thermos
war mit Tonmetopen versehen, die u. a. mythologische Darstellungen aufweisen
(um 620 v. Chr.) und teilweise in hellenistischer Zeit ersetzt wurden.
Bemalte Tontafeln (Pinakes) kommen in archaischer Zeit auch in anderen
Kontexten vor (Grabpinakes, Votivpinakes), in klassischer Zeit werden
sie dagegen nur noch selten verwendet.
Hölzerne Pinakes sind für die Bühnengebäude antiker
Theater belegt. Diese Bühnenmalerei (Skenographie) ist heute ebenso
verloren wie fast die gesamte übrige greichische Malerei auf Holz
und anderen vergänglichen Materialien. Einzelne Beispiele blieben
nur durch glückliche Zufälle erhalten.
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