Die Technisierung des Blicks
Interdisziplinäre Ringvorlesung
Die Ringvorlesung »Technisierung des Blicks« widmet sich der Vergangenheit und Gegenwart technikgestützter visueller Wahrnehmung, die für den Fortschritt verschiedener Disziplinen von immenser Bedeutung ist.
Die Modifikation des menschlichen Blicks durch den maschinengesteuerten Blick
bedingt ein verändertes Verständnis vom Vorgang des Sehens. Eine
Wegmarke in dieser Entwicklung bildet die Zentralperspektive als Beginn einer
optischen Funktionalisierung des Blicks. Im Anschluss an eine Reihe weiterer
Transformationsprozesse von „natürlichem“ und „technischem“
Sehen, die in erster Linie auf die technische Bildproduktion zurückzuführen
sind, bildet sehr viel später das computergestützte Sehen eine zusätzliche
Ausdifferenzierung visueller Strukturen. Nun kann der menschliche Blick fast
gänzlich synthetisch generiert und optimiert werden. Einsatzgebiete „sehender“
technischer Systeme sowie deren Möglichkeiten und Probleme werden umrissen.
Die Grenze, die dem Blick und der Sichtbarmachung bislang gesetzt war, wird
erneut im Zuge der medialen Miniaturisierung bis hin zur Nano-Optik verschoben.
Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass sich der traditionelle Begriff
des Blicks nachhaltig verändern wird: Sehen wir die Bilder, die wir denken?
Sehen wir sie durch die Technisierung anders?
