Unter Cholelithiasis versteht man sowohl das Gallenblasensteinleiden (Cholecystolithiasis) als auch das Gallengangsteinleiden (Choledocholithiasis). Die beiden Krankheitsbilder sollten streng voneinander unterschieden werden. Während die Cholecystolithiasis eine Volkskrankheit ist (ca. 15 % der Bevölkerung sind Gallensteinträger und eine steintragende Gallenblase ist immer eine kranke Gallenblase!), die ein Leben lang asymptomatisch bleiben kann, ist die Choledocholithiasis praktisch immer mit Koliken, Ikterus und manchmal mit einer Cholangitis (bis hin zur cholegenen Sepsis) verbunden. Insbesondere bei älteren Menschen ist die Choledocholithiasis eine ernste Erkrankung mit hoher Morbidität.
Daher ergeben sich für beide Erkrankungen auch unterschiedliche diagnostische Strategien:
Cholecystolithiasis:
Der transabdominale Ultraschall ist i.d.R. zielführend und beweisend.
Als Nebenbefunde fallen Gallensteine jedoch auch bei einer Reihe anderer diagnostischer
Verfahren auf (Leeraufnahme, CT, MRT).
Choledocholithiasis:
Die Choledocholithiasis ist nicht immer sonographisch nachweisbar, insbesondere
wenn der Gallenstein tief im Choledochus (präpapillär) lokalisiert
ist. Wegen der ernsten Prognose der Erkrankung kommen daher meist direkte Cholangiographieverfahren
(ERCP = Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie, selten einmal
die PTC = Perkutan-transhepatische Cholangiographie) zum Einsatz. Ihr Vorteil
liegt in der direkten Behandlungsmöglichkeit des Gangsteinleidens (Papillotomie
und Steinextraktion). Nachteilig ist die relevante Komplikationsrate (Pankreatitis,
Blutung), die bei ca. 5 % liegt.
Informationen zu Gallensteinen mit Bildmaterial
Bildbeispiele:
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