Kontrastmittel und Kontrastmitteldiagnostik
(unter Mitarbeit von M. Kalinowski)

1. Röntgenkontrastmittel (oral oder rektal applizierbar)
2. Röntgenkontrastmittel - intravasal
3. Röntgenkontrastmittel - andere Anwendungen

 

1. Röntgenkontrastmittel (oral oder rektal applizierbar)
Negativer Kontrast
Positiver Kontrast

Luft:
Doppelkontrast bei Kolon KE

CO2:
Doppelkontrast bei Magen-Darm Passage

Bariumsulfat

Ösophagus
Magen
Dünndarm
Kolon

Cave:
Aspiration
Perforation

Wasserlösliche KM

Lumenfüllung von
Ösophagus
Magen
Dünndarm
Kolon

Röntgenkontrastmittel (KM) werden überall dort angewandt, wo zu untersuchende Regionen aufgrund geringer Absorptionsunterschiede mit der Umgebung im Röntgenbild nicht ausreichend zu differenzieren sind. Kontrastmittel, die zu einer Verminderung der Absorption führen, werden negative KM genannt. Negative Kontrastmittel sind alle Gase wie z.B. Luft und Kohlendioxid. Sie führen in dem applizierten Bereich zu einer Aufhellung, d.h. man erhält auf dem Röntgenbild einen schwarzen Kontrast. Positive Kontrastmittel sind z.B. alle jodhaltigen Kontrastmittel sowie Bariumsulfat. Diese positiven Kontrastmittel führen im applizierten Bereich zu einer Verschattung, das heißt, man erhält auf dem Röntgenbild einen weißen Kontrast. Bei den positiven Kontrastmitteln unterscheidet man zwischen wasserlöslichen und nicht-wasserlöslichen Kontrastmitteln.

 

Kolon-Doppel-Kontrastuntersuchung mit Nachweis einer hochgradigen zirkulären, narbigen Stenose im Bereich des Kolon sigmoideum

 

Bei den positiven Kontrastmitteln wird Bariumsulfat zur Darstellung des Pharynx, des Ösophagus, des Magens, des Dünndarms und des Kolons angewandt. Um einen optimalen Wandbeschlag durch das Barium zu erhalten, wird die Untersuchung des Magens und des Kolons üblicherweise in Doppelkontrasttechnik durchgeführt, d.h. durch zusätzliche Gabe von Luft bzw. Gas wird das zu untersuchende Organ gefüllt und so ein Wandbeschlag des Bariums erreicht.

Barium sollte in der Magen-Darm-Diagnostik nicht angewandt werden bei möglichen Schluckstörungen des Patienten mit der Gefahr der Aspiration sowie bei V.a. Perforation, da das Kontrastmittel im Bereich der Bronchien und Peritoneum praktisch nicht ausgeschieden wird und so zu Fremdkörperreaktionen führen kann. In diesen Fällen sollte generell wasserlösliches Kontrastmittel appliziert werden.

 

 

2. Röntgenkontrastmittel - intravasal
Negativer Kontrast
Positiver Kontrast

CO2:
DSA

Nicht-ionisch KM:
Intraarterielle und intravenöse Applikation

Gadolinium DTPA:
DSA (Digitale Substraktions-Angiographie)

 

Für die intravasale Applikation von Kontrastmittel kamen früher wasserlösliche Kontrastmittel zum Einsatz, die als kontrastgebendes chemisches Element Jod enthalten. Heutzutage werden fast ausschließlich nicht-ionische Kontrastmittel verwendet, da diese aufgrund der niedrigeren Osmolalität im Vergleich zu ionischen Kontrastmitteln besser vertragen werden. Zusätzlich weisen diese eine geringere Nebenwirkungsrate auf.
Im Rahmen der intraarteriellen Applikation von Kontrastmitteln stehen als alternative Kontrastmittel (vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei bekannter Kontrastmittelallergie) Kohlendioxid oder gadoliniumhaltige Kontrastmittel zur Verfügung, die aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften ebenfalls einen positiven Röntgenkontrast erzeugen.

Selektive Nierenangiographie, rechtsseitig unter Verwendung von Gadolinium, linksseitig unter Verwendung von iodhaltigem KM. Nahezu identische Bildqualität.

Die Abbildung zeigt die Nierengefäße eines Schweines.

 

 

3. Röntgenkontrastmittel - andere Anwendungen
Negativer Kontrast
Positiver Kontrast

CO2:
DSA

Nicht-ionisch KM:
Intraarterielle und intravenöse Applikation

Gadolinium DTPA:
DSA (Digitale Substraktions-Angiographie)

 

Weitere seltenere Anwendungen von Kontrastmitteln:
Zur Kontrastmittelgebung in der Kernspintomographie eignet sich das paramagnetische Gadolinium, das als Kontrastmittel in der Komplexbildung mit Diätheylentriaminpentaessigsäure (Gd-DTPA) verfügbar ist. Die intravenöse Applikation führt zu einer Verkürzung der T1-Relaxationszeit (d.h. auf T1-gewichteten Bildern eine Erhöhung der Signalintensität).
Neben dem Gadolinium DTPA wurden auch organspezifische Kontrastmittel entwickelt, welche hepatozellulär transportiert werden. Nach intravenöser Applikation dieser leberspezifischen Gadolinium- bzw. Mangankomplexe erhält man eine spezifische Kontrastierung des Leberparenchyms. Ferner wurden superparamagnetische Kontrastmittel entwickelt, die aufgrund ihrer Partikelgröße durch die Zellen des Retikuloendothelialen Systems (RES) aufgenommen werden. Diese Kontrastmittel führen zu einer extremen Verkürzung der T2-Relaxationszeit, d.h. es kommt nach Applikation zu einer Signalauslöschung im normalen Leber- und Milzgewebe. Demgegenüber zeigen Läsionen wie z.B. Metastasen keine Änderung der Signalintensität, da in diesen Läsionen keine funktionierenden Zellen des RES vorhanden sind.

 

Informationen zur Kontrastmittelkinetik

 

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