Hintergrund
Lebersegmentgrenzen sind durch die üblichen Darstellungsmodalitäten
(CT und MRT, zweidimensionale Einzelschichten und dreidimensionale multiplanare
Rekonstruktionen) nicht darstellbar. Deswegen werden neue Methoden entwickelt,
die unter zu Grundenahme von mathematischen Modellen der fraktalen Geometrie
die Verästelungsstruktur der intrahepatischen Vena porta und individuellen
Bilddatensätze die Lebergefäß- und Segmentanatomie präoperativ
darstellen.
Die etablierte Couinaud'schen Segmentmodell-Methode (SMM) wird von der computergestützten
Segmentanalyse (CSA) ergänzt. Beide Untersuchungsverfahren gehen vom intrahepatischen
Gefäßverlauf zur Segmenteinteilung der Leber aus. So soll die präoperative
Entscheidungsfindung durch Visualisierung von Segmentgrenzen, Lebergefäßverzweigungen
und etwaigen hepatischen Raumforderungen erleichtert werden.
Die Nützlichkeit und Gültigkeit der CSA ist noch nicht abschließend
bewiesen und momentan Ziel ausgedehnter Forschung.
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Pfortaderverlauf im Couinaud'schen Segmentmodell
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Durchführung einer Lebersegementierung mit moderner Bildverarbeitungssoftware
Die Gewinnung individueller Bilddaten erfolgt mit verschiedenen Methoden, wie der CT-Arteriographie (CTAP), farbkodierter Duplexsonographie FKDS, mittlerweile auch unter Einsatz von Kontrastmitteln), Magnetresonanztomographie und Spiral-Computertomographie.
Hier wird die experiementelle Vorgehensweise unter zu Hilfenahme
von portalvenöser Spiral-CT beschrieben. Kontrastmittelapplikation: z.B.
Transfemorale Katheterinsertion in die A. mesenterica superior oder A. lienalis,
Injektion von 60 ml Iopamidol mit einer Flußrate von 1ml/s. Eine Vielzahl
ähnlicher Protokolle findet sich in der Literatur.
Die Spiral-CT ermöglicht durch die kontinuierliche Rotation der Röntgenröhre eine vollständige Erfassung der Leber innerhalb eines weniger als 30 Sekunden dauernden Atemstillstands.
Bildverarbeitung:
CSA - Computergestützte Segmentanalyse
Bildbeispiele zur Vorgehensweise
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| Markierung einer ROI = region of interest | ||
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| Virtuelle Organextraktion mit Hilfe des Watershed-Operators | ||
| Tracing des Pfortaderbaums: Nach Extraktion der Pfortader erfolgt durch die Eingabe von Startpunkten und Richtungsvektoren eine Segmentierung des Lebergefäßbaums (Nutzung des Growing-region-Operators). Die Darstellung erfolgt in verschiedenen Teilungsordnungen der Gefäße. Durch die automatisch generierte alternierende Farbgebung wird ein räumlicher Eindruck vermittelt. Der weisse Pfeil markiert die mittlere Lebervene. | ||
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Interaktive Pfortadermarkierung: Simulierte dreidimensionale Darstellung des Pfortaderbaums (Rotation um beliebige Achse möglich). Einzelne Pfortaderäste können durch die Eingabe eines Startpunktes farblich markiert werden. |
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Overlay: Die getrennt erstellten Bilder "segmentierte Leber" und "segmentierter" Pfortaderbaum" werden zu einem gemeinsamen Bild verrechnet. Anschließend kann jede Schicht einzeln überprüft werden. Hier abgebildet sind 2 Schichten in kranio-kaudaler Betrachtung. |
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| Manuell gesetzte Segmentgrenzen anhand von Landmarken (auf einzelner CT-Schicht oder Maximum Intensity Projection (MIP). Bildung von Grenzebenen durch Übertragung auf alle Schichten. |
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Überblendung in das Ausgangsbild |
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Konsequenzen aus der Verwendung von CSA und SMM:
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Die Abbildung demonstriert die Lage einer hypothetischen Metastase (schwarze Kugel) in einem von SMM und CSA unterschiedlich zugeordneten Leberareal. Die Segmentgrenze der Segmentmodell - Methode ist mit schwarzer Linie dargestellt, die Grenzen der computergenerierten Segmentanalyse zeigen einen wellenförmigen Verlauf. |
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