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Radiologiescript

Röntgenaufnahme 
Material zur Vorlesung "Einführung in die Radiologie - Anatomie in der Bildgebung"
Prof. Dr. K. J. Klose: Medizinisches Zentrum für Radiologie
Klinik für Strahlendiagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Glossar zum Radiologiescript
(H. Alfke und R. Leppek, Strahlendiagnostik, Philipps Universität Marburg)

 

A

ABC-Regel der Polytraumaradiologie

Adenom: Von Drüsenepithel ausgehende, echte, gutartige Neoplasie. Vorkommen: Schilddrüse, Mamma, Prostata, GI, Uterus, Niere, Leber, Pankreas, Ovarien, Hoden, Lunge, Haut, Schleim- und Speicheldrüsen der Schleimhäute, Hypophyse.

 

B

 

Brennfleck

 

C

Cava-Gallenblasenlinie, Synonym für die funktionelle Grenze zwischen rechter und linker Leberhälfte.

Chemotherapeutika, radiologisch relevante Nebenwirkungen: - Lungenfibrose: Busulfan, Bleomycin; - Pulmonale Infiltrate: Mitomycin; - Nierenversagen: Cisplatin, Mitomycin; - Kardiomyopathie: Daunorubicin, Doxorubicin

CT (Computertomographie)

D

Dichte, optische: Entspricht dem dekadischen Logarithmus der Lichtabsorption. Optimal ist eine Dichte von 0,8 - 1,2. Werte über 2 und unter 0,4 führen zu Informationsverlust.

Dunkelraum: Raum zur Filmentwicklung. Der Raum benötigt eine spezielle Beleuchtung. Für UV-empfindliche (250-500nm) Filme (SE-Folien) und blau-empfindliche (350-500 nm) Filme (SE-Folien, Mammographiefilm, Zahnfilm, Multiformatkamerafilm) reicht grünes Licht. In der Praxis durchgesetzt haben sich Natriumdampflampen mit gelb-orangem Licht. Laser-Kamera-Filme benötigen ein spezielles Grünlicht, für orthochromatische (350-600 nm, blau-grün) Filme (100mm, Ultraschallfilme u.a.) benötigt man Rotlicht.

Durchleuchtung: Die röhrenferne und bildverstärkernahe Position des Patienten bewirkt (1) eine Verbesserung der Bildqualität, (2) eine Reduktion der Unschärfe und (3) eine Verminderung der Strahlenbelastung für Untersucher und Patient.

E

Epiphysentrauma: Einteilung nach Salter-Harris (Aitken = Salter Harris -1)
I: Reine Epiphysiolyse, gute Prognose.
II: E. + metaphysäres Fragment. Häufigste Form (75%). Gute Prognose außer am Knie und OSG.
III: E. + epiphysäres Fragment. Gute Prognose, wenn gute Reposition möglich.
IV: E. + epimetaphysäres Fragment (Schrägfraktur). Schlechte Prognose mit Wachstumsstörungen und Gelenkdeformitäten.
V: Kompression der Epiphysenfuge (selten). Früher Verschluß der Wachstumsfuge droht (mindestens 2 Jahre Verlaufskontrolle).
Prognose: Abhängig von der Schädigung der Gefäßversorgung. generell schlechter bei Verletzungen der unteren Extremität.

F

Fehlbelichtungen, physikalisch definiert :
- Überbelichtung: Der Belichtungsbereich liegt bei normaler Entwicklung ganz (totale Ü.) oder teilweise (partielle Ü.) im Bereich der Schulter.
- Unterbelichtung: Der Belichtungsbereich liegt bei normaler Entwicklung ganz (totale U.) oder teilweise (partielle U.) im Bereich des Durchhangs (Fuß).
Ein total fehlbelichteter Film weist keine Bildinformation auf, da Belichtungsunterschiede nicht mehr in Dichteunterschiede übersetzt werden können.

Fernsehanlage: Koppeloptik mit Bildverteiler + Fernsehkamera + Fernsehzentrale + Monitor.
Eine Tandemoptik (Koppeloptik) überträgt das optische Signal des Bildverstärkerausganges auf eine Fernsehkamera, die es in ein Videosignal umwandelt und auf einem Monitor ausgibt. Während der Durchleuchtung gelangt der volle Lichtstrom zur Kamera, während einer Aufnahme - z.B. 100 mm - greift ein Spiegel ca. 90% davon für die Aufnahmeeinheit ab, 10% gelangen weiter zur Kamera, dies ermöglicht eine Mitbeobachtung des Aufnahmebetriebes. Ein kleiner Spiegel lenkt einen Teil der Strahlung auf eine Photodiode zwecks Belichtungssteuerung.

Filmdosimeter: Wichtiges Instrument zur Strahlenschutzüberwachung für Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten (bei "seltenem" Aufenthalt nicht zwingend). Mit ihr wird die Personendosis gemessen, das F. gibt auch Informationen über die Strahlenqualität und Haupteinstrahlrichtung. Mit dem Filmdosimeter können Personendosen < 0,2 mSv pro Monat nicht erfaßt werden.

Film-Folien-Systeme

Fluoreszenz: Art der Lumineszenz. Anregung bestimmter Stoffe zur Lichtemission durch - und nur während der - Bestrahlung. (z.B. durch Röntgenstrahlen). Dies geschieht durch Anheben kernnaher Elektronen auf eine höhere Schale und sofortiger Rücksprung unter Lichtemission. Fluoreszierende Stoffe sind z.B. Zinksulfid, Zinkkadmiumsulfid (gelb-grünes-Licht), Kadmiumwolframat, Kalziumwolframat (blau-violettes Licht) und seltene Erden (grünes und blaues Licht). Verwendung in Verstärkungsfolien und Leuchtschirmen.

Fokus: Eigentlich der Mittelpunkt (Flächenschwerpunkt) des elektronischen Brennflecks. Wird aber häufig synonym zum - elektronischen, optischen, thermischen - Brennfleck verwendet. Z.B. beim Begriff der Doppelfokusröhre.

G

Generatoren

Gradationskurve: Optische Dichtekurve des Filmes (Dichte auf der Ordinate) bei unterschiedlicher Dosis am Film (auf der Abszisse, logarithmisch aufgetragen). Man unterscheidet 5 Teilbereiche:
1. Schleier + Unterlage
2. Fuß oder Durchhang (Bereich der Unterbelichtung)
3. Mittlerer Gradient (= Gradation = Kontrastfaktor, s.o.), dies ist der nahezu gerade Anteil der Gradationskurve. Anfang und Ende dieses Teiles definieren (a) auf der Ordinate den ausnutzbaren Dichteumfang und (b) auf der Abszisse den Belichtungsbereich.
4. Schulter (Bereich der Überbelichtung)
5. Solarisationsteil

H

Hamartom: Benigne Geschwulst aus atypisch differenziertem Keimgewebe, meist mit Überwiegen von Bindegewebe. Maligne Entartung -> Hamartoblastom.

Hauptgrenzspalte: von Hjortsjö eingeführtes Synonym für die an der Leberoberfläche nicht sichtbare Grenze zwischen der funktionell rechten und linken Leberhälfte.

Heel-Effekt: Die anodenseitige Schwärzung ist geringer als die kathodenseitige (Anodenschatten) -> dickere Objekte kathodenseitig (brustwandnahe Mamma!)

I

 

J

 

K

Karzinom: Bösartige epitheliale Geschwulst. Karzinome werden nach dem Zelltyp (Zylinderzell-, Plattenepithel-, Adeno-, Übergangszell- und Entdifferenziertes K.) oder nach dem Gewebetyp (medullär, solide, szirrhös) eingeteilt.

Kontrast: Unterschiedliche Definitionen! Z.B. als Modulation. Die BÄK definiert den Filmkontrast als "Dichteunterschied zweier charakteristischer Teilflächen im Prüfkörperbild". Einflußgrößen:
- Spannung
- Streustrahlung
- Vorfilterung
- FfA
- Entwicklung!

L

Laryngoskopie: Kehlkopfspiegelung

M

Main portal fissure (MPF): engl. Synonym für die Grenze zwischen rechter und linker Leberhälfte.

Maximum-intensity projection (MIP): Rekonstruktionstechnik. Der MIP - Algorithmus fertigt ein Bild an durch Auswahl des Voxels mit der maximalen Intensität entlang einer Linie , die sich vom Auge des Betrachters durch den Volumendatensatz erstreckt. MIP ist ein schnelle Technik, sie erlaubt aber keine Darstellung überlappender Strukturen. Außerdem sind die entstandenen Bilder nicht eindeutig dreidimensional, wenn nicht Hilfsmittel zur Tiefendarstellung geboten werden (z.B. Rotation).

Medizinproduktegesetz (MPG)

MRT (Magnetresonanztomographie)

N

Neoplasie/Neoplasma: Irreversible und autonome Neubildung von Gewebe

O

Optische Dichte: Entspricht dem dekadischen Logarithmus der Lichtabsorption. Optimal ist eine Dichte von 0,8 - 1,2. Werte über 2 und unter 0,4 führen zu Informationsverlust.

P

Photon/Elektron-Wechselwirkungen:
Photoeffekt: Absorption der gesamten Photonenenergie und Freisetzung eines Photoelektron. Der Photoeffekt steigt mit der Ordnungszahl, sinkt mit der Photonenenergie (-> Aufhärtung der Strahlung) und ist besonders stark im Resonanzbereich (Photonenenergie = Elektronenbindungsenergie) -> Absorptionskanten. Die Wechselwirkung erfolgt mit kernnahen Elektronen (K- und L-Schale), die Elektronen werden aus höheren Schalen wieder aufgefüllt, dadurch entsteht charakteristische Röntgenstrahlung ("Fluoreszenz-Röntgenstrahlung"), diese kann wiederum Sekundärelektronen (Auger-Elektronen) freisetzen.
Comptoneffekt: Teilweiser Energieverlust der Photonen durch Wechselwirkung mit (äußeren) Elektronen und Freisetzung eines Comptonelektron. Dieser Effekt ist für menschliches Gewebe und den diagnostisch verwendeten Energiebereichen der vorherrschende (Ausnahme: Bei der Weichstrahltechnik der Photoeffekt)! Das Photon wird dabei abgelenkt (es entsteht Streustrahlung!) und zwar bei für die Röntgendiagnostik typischen Energien der Strahlenquelle zugewandt (> 90°), d.h. die Streustrahlung ist röhrenseitig höher!

Photon/Kernfeld-Wechselwirkung:
Paarbildung: Treten erst oberhalb von 1,02 MeV auf. Aus einem Photon entsteht ein Elektron und ein Positron, das Atom bleibt unverändert.

Polyp: Kein genau definierter Begriff! Eigentlich Geschwulst der Schleimhaut (epitheliale P.), teilweise aber auch für submuköse Tumoren (Lipome, Fibrome, Leiomyome = nichtepitheliale P.) verwendet.

Projektionsradiographie/Projektionsgesetze:
- Zentralstrahl: Halbierende des Strahlenbündels, Senkrechtstrahl: Senkrechte von der Strahlenquelle auf die Bildebene
- Parallaxe: Winkel, unter dem zwei Details vom Fokus aus gesehen werden. Dieser ändert sich, wenn sich entweder das Objekt oder der Fokus bewegt.
- Vergrößerung: V = Fokus-Detektor-Abstand/Fokus-Objekt-Abstand. Üblich zwischen 1,1-1,4.
- Geometrische Unschärfe = Brennfleckgröße x (Vergrößerungsfaktor -1). Ein typischer Wert für einen Unschärfebereich liegt im Bereich von 0,2 mm (Vergrößerungsfaktor 1,3 und Brennfleckgröße 0,6 mm)

 

Q

Quantenrauschen: abhängig von Dosis -> SNR Anzahl der Quanten / Anzahl der Quanten!

R

Rauschen: stochastische Bildschwankungen, die keine Objekteigenschaften widerspiegeln. Urs.:
- Quantenrauschen
- Detektoreigenschaften (Körnigkeit des Filmes, Detektorrauschen)*
- Elektronisches Rauschen des Meßverstärkers*
- Digitalisierungsrauschen des Bildprozessors*
- * = in der Summe Systemrauschen

Risiken der Röntgendiagnostik:
- Eine CT Untersuchung des Beckens erhöht die Mutationsrate von 2% (spontan) auf 2,003%.
- Pro Jahr sterben 220000 Bundesbürger an Krebs, davon sind 9600 (4%) durch die natürliche Strahlenbelastung und 3000 (1,5%)* auf medizinische Strahlenbelastung zurückzuführen.
- Eine RöTh-Aufnahme beinhaltet ein Krebsmortalitätsrisiko von geschätzt 0,001% (1:100 000), ein Abdomen CT von 0,035% (3,5 : 10 000). Für die Einzelperson bedeutet dies eine Erhöhung des individuellen Risikos von 25% auf 25,001% oder 25,035%. Anders gesagt beträgt die Thoraxaufnahme 8% und das Abdomen CT 290% des natürlichen Strahlenrisikos von 2,4 mSv. Zur Veranschaulichung: das Risiko einer Lungenaufnahme ist dem Risiko 8,5 Tage am Straßenverkehr teilzunehmen äquivalent, das Risiko des Abdomen CT etwa 250 Tage. [Für alle Berechnungen s. Ewen K (1998) S. 24ff.]
*Dieser "niedrige" Wert ergibt sich aus der Tatsache, daß medizinische Strahlung zu 50% bei über 65jährigen angewendet wird und damit praktisch kein Krebs mehr induziert (sonst käme man rein rechnerisch auf das doppelte).

Röhre

Röntgenbildparameter:
- Kontrast: Dosis-, Helligkeits- oder Intensitätsunterschiede in einem Bild. Es gibt verschiedene Definitionen des Kontrastes (Kontrast, Modulation, Filmkontrast, Intensintätsverhältnis).
- Auflösung - Schärfe: Sie ist vom Kontrast abhängig. Die Ortsauflösung* wird i.d.R. mittels Hochkontrasttestkörper (Bleistrichraster, Modulation 0,6) bestimmt. Bei digitalen Geräten setzt sie sich zusammen aus der analogen Auflösung und der digitalen Abtastung. Aus theoretischen Gründen ist hier die maximal übertragbare Frequenz halb so groß wie die Abtastung (Nyquist-Grenze, Abtasttheorem). Regelmäßige Muster mit höherer Frequenz als die Nyquist-Grenze werden falsch ortskodiert (Aliasing).
- Bildrauschen: Signal/Rausch-Verhältnis (SRV) = Signalintensität/Rauschintensität = Signalintensität/Standardabweichung. Das SRV ist proportional zu Dosis, d.h. wenn ich die Dosis vervierfache erhöht sich das SRV um 2.
*Beispiele für Ortsauflösungen (mm) und Ortsfrequenzen (Lp/mm): FF-Kombination: 0,05/5; CT: 0,7/0,5; BV-TV-Kette: 0,4/2

Röntgenbildsysteme, digitale

Röntgenstrahlen: energiereiche elektromagnetische Strahlen, die Materie ionisieren können. Physikalische Grundlagen

Röntgenstrahlen, 6 wichtige Eigenschaften:
- Schwächung (s.u.)
- Lumineszenz: R. können gewisse Stoffe zur Lichtemission anregen. Man unterscheidet Fluoreszenz (Lichtabgabe nur während der Bestrahlung) von Phosphoreszenz (Speicherung der Strahlenergie und Abstrahlung im sichtbaren Bereich über längere Zeit.
- Ionisation
- Biologischer Effekt
- Fotografischer Effekt: R. bewirken die Schwärzung fotografischer Filme
- Halbleitereffekt: R. ändern die Leitfähigkeit von Halbleitern

Röntgenstrahlen: Schwächung in Materie

Röntgenstrahlen: Empfindlichkeitsklassen (Erwachsene) laut BÄK

Röntgenstrahler: Strahlenquelle (Röntgenröhre) + Schutzgehäuse (inkl. festes Blendensystem).
- Röntgenröhre: Heutzutage Hochvakuumröhren mit Wolframglühwendelkathode inkl. elektronenoptischer Fokusierungseinrichtung (Wehnelt-Zylinder) und drehbarer, abgewinkelter (zusätzliche Fokussierung [optischer Fokus < elektronischer Fokus* ], Strichfokus) Anode. Die Anoden erreichen Weißglut und bestehen i.d.R. aus Wolfram/Rhenium-Legierungen. Der optische Fokus ist entscheidend für die geometrische Unschärfe. Siehe auch Röhre.
- Schutzgehäuse (Glas oder Metall-Keramik) inkl. Tiefenblende und Aufhärtungsfilter (mind. 2,5 mm Al-Äquivalent nach DIN -> ca. 4 mm Al Gesamtfilterung)
- Anforderungen an Röntgenstrahler: Allgemein Brennfleck maximal 1,3 mm (DSA 1,2 mm, Mammographie 0,4 mm) mit 30 kW Nennleistung (bei DSA 50 kW).
*Fokus = Brennfleck! Im übrigen ist der optische Brennfleck aus unterschiedlichen Winkeln betrachtet unterschiedlich groß, definiert ist er als senkrecht zur Röhrenachse (Kathoden-Anoden-Achse) stehend.

Röntgentechnik

Röntgenzeichen

RöV

S

Sarkom: (gr. Fleischgeschwulst) bösartige mesenchymale Geschwulst. Sarkome werden nach dem Ausgangsgewebe benannt (Angio-, Myo, Lipo-, Myxo-), bei Undifferenziertheit nach dem vorherrschenden Zelltyp (spindelzellig, rundzellig, polymorphzellig).

Schaukästen: Müssen nach DIN folgende Kriterien erfüllen:
- Helligkeit mindestens 2000 cd/m2 (cd = Candela). Helligkeitsregler sollten vorhanden sein.
- Homogene Ausleuchtung (ein Leuchtröhrentyp, gleichzeitig austauschen, Lichtabfall max. 30%)
- Die Leuchtfarbe soll weiß sein
- Einblendung muß möglich sein
- Größe: es müssen mindestens zwei Bilder des größten Formates nebeneinander passen
- Verschmutzung: Leuchtkästen sind jährlich zu reinigen

Sehen, Physiologie

Seltene Erden (Lanthanide): Sie sind nicht selten, z.B. häufiger als Silber! Beispiele: Lanthan, Gadolinium, Europium, Terbium, Yttrium. Eigenschaft: Fluoreszenzfähigkeit. Werden für moderne Verstärkerfolien verwendet, Vorteil ist ihre hohe Konversionsrate (Prozentsatz der einfallenden Röntgenquanten, die in sichtbares Licht umgewandelt werden) von ca. 15%. Die alten Folien wiesen eine Konversionsrate von etwa 4% auf. Durch SE-Folien werden etwa 50% der Dosis eingespart, bzw. die visuelle Auflösung innerhalb einer Empfindlichkeitsklasse im Vergleich zu konventionellen Folien verbessert.

Störstrahlung: Die Strahlung, die im Nutzstrahlbündel ungerichtet verläuft oder außerhalb des Nutzstrahlbündels den Film erreicht. Quellen der Störstrahlung:
- Extrafokale Strahlung (Stielstrahlung): Elektronen prallen von der Anode ab, werden im Spannungsfeld erneut beschleunigt und treffen außerhalb des elektronischen Brennfleckes wieder auf die Anode. Geschieht dies in der Nähe des elektronischen Brennfleckes, dann resultiert eine niederenergetische Röntgenstrahlung, die nicht ausgeblendet werden kann. Gesamtanteil ca. 20%, nicht ausblendbarer Anteil ca. 3%.
- Streustrahlung: Sie entsteht auch bereits in der Röhre, im Röhrengehäuse und in der Tiefenblende.
- Haubendurchlaßstrahlung: Bei modernen Röhren vernachlässigbar.

Strahlenexposition: 4mSv/Jahr, davon 2,4mSv natürlich und 1,6mSv (40%) zivilisatorisch (d.h. praktisch ausschließlich (1,5mSv) medizinisch). 90% der medizinischen Dosis entstammen der Röntgendiagnostik.

Strahlenrelief: Ortsabhängige Variation der Dosis oder Dosisleistung hinter einem durchstrahlten Objekt.

Strahlenrisiko bei Röntgenaufnahmen: Regeln für die Minimierung (siehe auch Risiko)
- Minimale Zahl der Aufnahmen (keine Routine etc.!)
- Einblendung
- Geeignete Strahlenqualität
- Einsatz hochverstärkender FF-Kombinationen
- Belichtungsautomatik
- Entwicklermaschine
- Gonadenschutz und Rumpfabdeckung
- Vergrößerungsaufnahmen nur wenn notwendig

Strahlenschäden:
(1) Deterministische Strahlenschäden (Zellabtötung)
- Frühschäden (Erythem, Strahlenkrankheit)
- Nichtkanzerösen Spätschäden (Fibrosen, Linsentrübung, Fruchtbarkeit)
- Teratogene Effekte
(2) Stochastische Strahlenschäden* (Zellveränderungen, Weitergabe durch Zellteilung)
- Krebs
- Erbschäden (Mutationen)
Soweit bekannt beträgt das Lebenszeitkrebsmortalitätsrisiko für solide Tumoren 5%/Sv und das Leukämierisiko 0,5%/Sv bei Ganzkörperexposition. Dabei liegen die Werte für alle Tumoren bei Kindern im Größenordnungsbereich von 15%, für Personen > 60 a bei 1%. Das Risiko ganzkörperexponierter Kinder vor dem 65. Lebensjahr an strahleninduziertem Krebs zu sterben liegt bei etwa 5%/Sv (d.h. 2/3 des Risikos werden erst nach dem 65. Lebensjahr relevant!).
Die geschätzte Verdopplungsdosis für die Mutationsrate beträgt beim Menschen 1 Sv. Das genetische Strahlenrisiko (Wahrscheinlichkeit für das Auftreten strahleninduzierter, schwerer genetischer Schäden) beträgt etwa 1%/Sv für alle Folgegenerationen (0,15%/Sv für die Generationen F1 und F2). Durch die Anwendung der Röntgendiagnostik ergibt sich eine Zunahme der Mutationen um etwa 2% (genetisch signifikante Dosis von 15mSv/Generation).
*Nicht die Schwere der Veränderung nimmt mit der Strahlendosis zu, sondern deren Häufigkeit

Strahlensensibilität von Tumoren: Hohe Sensibilität (Lymphosarkom, Leukämie, M. Hodgkin, Seminom, Medulloblastom, Neuroblastom, Nephroblastom (Wilms-Tu.)) ; Mittlere Sensibilität (Basalzellkarzinom, Karzinome (Haut, Mund, Blase ...), Mammakarzinom, Ovarialkarzinom, Bronchialkarzinom); Geringe Sensibilität ( Sarkom - Osteosarkom, Fibrosarkom, Malignes Melanom, Gliom, Rektumkarzinom, Nierenkarzinom)

Strahlentherapie: Einteilung

Streustrahlung/Streuzusatz/Streustrahlenraster: Streustrahlungsanteil 90%. Der Anteil der Streustrahlung, der zur Bildebene gelangt wird als Streuzusatz bezeichnet. Raster absorbiert Streuzusatz (Streustrahlung) je nach Selektivität (Quotient aus Streustrahlendurchlässigkeit und Primärstrahlendurchlässigkeit: 2-15). S. ist charakterisiert durch Linien/cm und Schachtverhältnis (Lamellenhöhe/Abstand). Typisch z.B. 40/12. Da das Raster auf den Fokus ausgerichtet sind arbeitet es nur bei optimalem Fokus/Film (Raster) Abstand optimal. Sonst kommt es beginnend in der Bildperipherie zu Abschattungen. Die DIN läßt 40% Abschattung zu, daraus ergibt sich ein Arbeitsbereich des Rasters. Eine Dezentrierung oder Winkelung führt ebenfalls zur Abschattung. Der höchste Anteil der Streustrahlung entsteht am Patienten röhrennah. Maßnahmen zur Reduktion der Streustrahlung:
- Einblendung
- Kompression (Verdrängung)
- Vergrößerung des Objekt-Film-Abstandes (Grödel-Technik)
- Streustrahlenraster

Surface rendering: Rekonstruktionstechnik. Surface-render-Algorithmen stellen Objekte als Zusammenstellungen aus geometrischen Grundfiguren dar, deren Oberfläche geschärft wird. Der erste Voxel entlang des Projektionsstrahls, der über einem Benutzer-definierten Schwellwert liegt, wird z.B. als Leberoberfläche gewählt. Mit surface rendering können scharfkonturige, dreidimensionale Rekonstruktionen auf langsamen Computern erstellt werden. Jedoch können überlappende Strukturen nicht dargestellt werden und Artefakte bilden ein Problem.

 

T

TIFF: Abk. für Tagged Image File Format. Das Dateiformat TIFF ist eines der wichtigsten Formate für Rastergrafikdateien und unterstützt die verlustfreie Kompressionsmethode LZW.

Tumor: Geschwulst; örtlich umschriebene Zunahme des Gewebevolumens. Im engeren Sinne Neoplasie.

Tumor: Stadieneinteilung

 

U

Unschärfe:
(1) Bewegungsunschärfe
(2) Geometrische Unschärfe
(3) Film- und Folienunschärfe
- Größe der Körner
- Körnigkeit (= Verteilung der Körner)
- Streueigenschaften

US (Ultraschall)

V

Volume rendering: Rekonstruktionstechnik. Volume-render-Algorithmen stellen alle Voxel entlang einer Linie dar. MIP und surface rendering nutzen weniger als 10% der Bilddaten. Im Kontrast dazu nutzt volume rendering fast alle Daten und bietet nur wenige Artefakte. Dieser Algorithmus benötigt aber mehr Computerleistung als die anderen Techniken.

Voxel: dreidimensionales Bildelement, Grundbaustein der Bildinformation bei Computer- oder Magnetresonanztomographischer Bildgebung.

W

 

X

 

Y

 

Z

ZNS-Blutungen: Darstellung in der CT und MRT

Zeitverlauf CT MRT T1 MRT T2
Akut (< 24 h) Hyperdens Hypo- bis Isointens Hypointens
Subakut (24 h - 1 m) Hyper- bis Hypodens Hyperintens Hyperintens
Alt (> 1 m) Hypodens Hyper- bis Hypointens Hyperintens





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