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Radiologiescript

 Röntgenaufnahme
Material zur Vorlesung "Einführung in die Radiologie - Anatomie in der Bildgebung"
Prof. Dr. K. J. Klose: Medizinisches Zentrum für Radiologie
Klinik für Strahlendiagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

 

  1. Einführung
    1.1 Diagnostisch-therapeutisches Kontinuum
    1.2 Organsysteme
    1.3 Radiologisch relevante Struktur-Prinzipien in Organsystemen
    1.4 Medizinische Klassifikationen
    1.5 Konsensus-Verfahren
    1.6 Leitlinien (Schnittstellen-bezogen)
    1.7 Behandlungspfade (Fall-bezogen)
    1.8 Diagnosenhitliste (TOP 100)

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1  Einführung

1.1  Diagnostisch-therapeutisches Kontinuum

 

Mit dem Schaubild des diagnostisch-therapeutischen Kontinuums soll der Versuch unternommen werden,
die wesentlichen Dimensionen ärztlichen Handelns in den wichtigsten Kategorien in einem Schema zusammenzufassen.
Die wesentlichen Bausteine sind

  • Diagnostische Maßnahmen
    (Anamnese bio-psycho-sozialer Daten, klinische Untersuchungsmethoden und apparative Diagnostik
    mit morphologischen und funktionellen Verfahren)
  • Indikationsstellung (ärztliche Indikation, Patientenwille)
  • Therapeutische Maßnahmen
    (konservative Medizin, minimal-invasive Verfahren, operative Methoden
  • Monitoring
    (Vitalparameter und Ergebnisse der Therapie, Surrogatparameter, Komplikationen)

 

Bildgebende Verfahren
gewinnen in der modernen Medizin zunehmend an Bedeutung.
Dies gilt nicht nur für den diagnostischen Prozess, in dem heute nahezu 70 % der stationären Patienten
eine radiologische Untersuchung erhalten - unter Einbeziehung des transdisziplinär ausgeübten Ultraschall
sind es nahezu 100 % - sondern zunehmend auch für

  • die Planung therapeutischer Eingriffe
    (z.B. Bestrahlungsplanung mit CT, Verfahrenswahl bei operativen Eingriffen),
  • für das Therapiemonitoring
    (z.B. Stellungskontrolle nach Frakturreposition, Tumorgrösse als Verlaufsparameter)
  • und für die Therapiesteuerung
    (z.B. Navigation bei Roboter-assistierten Eingriffen)
    .

 

Anmerkungen zum Diagnostisch-Therapeutischen Kontinuum

Die ursprüngliche Rolle der Diagnostik mit bildgebenden Verfahren liegt in der Erkennung und Dokumentation morphologischer Informationen in unterschiedlichen Körperbereichen und Organssystemen. Mit den neuen Schnittbildverfahren (CT, MRT) lassen sich zunehmend auch funktionelle Informationen im Sinne physiologischer Phänomene und mit den Methoden der Nuklearmedizin und speziellen MR-Verfahren (z.B. MR-Spektroskopie) mehr und mehr auch biochemische Informationen erfassen und für die Erkennung krankhafter Prozesse nutzen.

Ungeachtet der tragenden Rolle bildgebender Verfahren im Diagnostikprozess spielen
- bio-psycho-soziale Angaben durch Befragung (Anamnese)
   des Patienten und
- Ergebnisse der körperlichen Untersuchung
   (klinische Untersuchung)
für die Interpretation morphologischer Phänomene in bildgebenden Untersuchungen eine nicht zu unterschätzende Rolle und gehen der Diagnostik mit bildgebenden Methoden sinnvollerweise voraus bzw. werden durch
- Daten aus Funktionsuntersuchungen oder
- Informationen aus anderen morphologischen Verfahren
ergänzt.

Im Vordergrund des Patienteninteresses steht ohnehin weniger der diagnostische Aufwand, der notwendig ist, um eine Erkrankung zu erkennen (nach F. Kümmerle sollte "der Patient nicht in der diagnostischen Erschöpfung zugrunde gehen"), sondern die Beseitigung der krankhaften Störung durch eine adäquate Behandlung.

Nach dem Grundsatz "vor die Behandlung haben die Götter die Diagnose gestellt", muss es das Ziel einer patientenorientierten Medizin sein, mit möglichst geringem Aufwand und ohne zusätzliche Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit zu einer Diagnose oder zumindest zu einer handlungsrelevanten Arbeitshypothese zu kommen.

In diesem Zusammenhang spielt der Begriff "Indikation" eine entscheidende und erfolgskritische Rolle, da er sowohl die Auswahl der diagnostischen Maßnahmen, insbesondere jedoch die Wahl der therapeutischen Optionen bestimmt. Der Arzt entscheidet (stellt die Indikation!), welche Massnahmen für den individuellen Patienten angemessen und zielführend sind.
Zunehmend muss heute in diesem Zusammenhang jedoch auch der Patientenwille berücksichtigt werden, wonach der Patient nach ausführlicher Aufklärung über die Vor- und Nachteile einzelner Methoden sein Einverständnis ("informed consent") für diagnostische und therapeutische Maßnahmen mittragen möchte und manchmal auch muss. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich nicht um akute, lebensbedrohliche Probleme handelt, sondern um krankhafte Veränderungen, die elektiv, d.h. ohne Zeitdruck, behandelt werden können. Ganz besonders gilt es für Gesundheitsdienstleistungen, die als präventiv anzusehen sind bzw. dem Sektor der "wellness" zugeordnet werden müssen.
Hier spielen dann zunehmend auch ökonomische Faktoren eine Rolle, während dies in der Akutmedizin zunächst nicht im Vordergrund des Handelns steht. Dies schliesst naturgemäss nicht aus, dass auch in der Notfallsituation, die Handlungsprinzipien der elektiven Erkrankungen/Screening bzw. der Wellness/Prävention nicht auch zur Anwendung kommen sollen, ebenso wie die Grundsätze ärztlicher Professionalität bei diesen Prozessen nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

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1.2 Organsysteme

 

Nr.
Organsystem
Kürzel
1
Zentrales Nervensystem
ZNS
2
Kardiovaskuläres System
KAR
3
Respirationstrakt
RESP
4
Gastrointestinaltrakt
GI
5
Uropoetisches System
URO
6
Reproduktionssystem
REPRO
7
Endokrines System
ENDO
8
Hämatopoetisches System / Immunsystem
ZELL
9
Muskuloskelettales System
MUSK
10
Haut und Anhangsgebilde
DERM

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1.3 Radiologisch relevante Struktur-Prinzipien in Organsystemen

 

Bei allen Organsystemen des menschlichen Körpers sind die gleichen Strukturprinzipien wirksam.
So können solide Organe von Höhlen unterschieden werden.
Neben dem Parenchym des jeweiligen Organsystems treten tubuläre Strukturen,
wie sie z.B. das Lymphsystem, die Venen und Arterien und andere Gangsysteme
darstellen, auf. Es sind an dieser Stelle nur jene tubulären Strukturen gemeint, die
direkt dem jeweiligen Organsystem zugeordnet werden können.

 

Strukturprinzipien

 

Übersicht der Strukturprinzipien

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1.4 Medizinische Klassifikationen

 

In der Medizin kommen je nach Zweck verschiedene Klassifikationsschemata zum Einsatz. Die wichtigsten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:

Diagnostik
  • ICD 10
  • ACR
Therapie
  • ICPM
  • OPS 3001
MARC

Multi-Axialer Radiologie Code

Abrechnung
  • DRG
  • GOÄ
  • DKG-NT
  • EBM

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) informiert ausführlich über die Klassifikationen ICD-9, ICD-10, ICD-o, OPS-301, UMDNS, MeSH, PCS und KKG. Sie erreichen diesen Link, wenn Sie die URL http://www.dimdi.de/ anklicken.

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1.5 Konsensus-Verfahren

Konsensusverfahren

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1.6 Leitlinien

Leitlinien

Mehr zu Medizinischen Leitlinien findet sich auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF: http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/index.html). Hier ist es möglich, online nach Stichworten oder nach ICD-Codes Leitlinien zu suchen.

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1.7 Behandlungspfade (Fall-bezogen)

 

Das Konzept der Behandlungspfade wird kontrovers diskutiert.
Während die einen von "Kochbuchmedizin" und einer "Verschulung der Medizin" sprechen,
sehen andere in den ausgearbeiteten Behandlungspfaden wichtige Orientierungshilfen für den
klinischen Anfänger. Wesentlich intensiver als in Deutschland werden fallbezogene
Behandlungspfade in englischen Kliniken eingesetzt.

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1.8 Diagnosenhitliste (TOP 100)

Top 100-Diagnosen

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