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Radiologiescript |
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Material zur Vorlesung "Einführung
in die Radiologie - Anatomie in der Bildgebung"
Prof. Dr. K. J. Klose: Medizinisches Zentrum für Radiologie Klinik für Strahlendiagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg |
Der Körper hat nur eine begrenzte Möglichkeit auf krankhafte Prozesse zu reagieren. Hierbei entwickeln sich mehr oder weniger ausgeprägte Muster, die mit bildgebenden Verfahren intravital (Endoskopie, Radiologie) oder im Präparat (Pathologie) erkannt und eingeordnet werden können. Wie in anderen Wissenschaftsbereichen (z.B. Geographie) können heute diese Muster auch zunehmend durch Computerprogramme erkannt und klassifiziert werden (automatische Mustererkennung = pattern recognition als Grundlage für die Computer aided diagnosis (CAD)). Grundlage hierfür ist eine präzise Definition und Beschreibung der Bildmuster.
In der Endoskopie und Pathologie wird neben der rein morphogischen Information (Bildmuster - pattern) auch die Farbinformation (z.B. Schleimhautrötung bei Entzündung, Spezialfärbungen zum Nachweis bestimmter Substanzen) für die Differentialdiagnose genutzt. Die Farbinformation entfällt bei der Diagnostik mit bildgebenden Verfahren. Lediglich für quantitative Aspekte wird sie heute auch in der Bildgebung genutzt (z.B. farbkodierte Duplexsonographie, Myokardszintigraphie)
In der radiologischen Diagnostik muss die makromorphologische Information durch präzise Bescheibung der vorhandenen Muster, ggfs unterstützt durch eine Kontrastmittelgabe (enteral, parenteral) klassifiziert werden. (Siehe hierzu auch Kap. 1.3)
Im Gegensatz zur Pathologie bzw. Histologie liefert die Diagnostik mit bildgebenden Verfahren nur in Ausnahmefällen (z.B. Fettgewebe in Lipomen) über eine Gewebecharakterisierung eine quasi-histologische Information.
Die Vorgehensweise in der radiologischen Praxis kann sehr prägnant mit dem "6-D"-Schema zusammengefaßt werden
(Radiologe, 29, S.138-143, 1989).Detect
Describe
Diagnosis
Document
Discuss
Differentiate
3.2
Grundlagen der Bildanalyse:
Anatomie, Makropathologie, Physik

Die Technik des Röntgens, des Ultraschalls und der Magnetresonanz zur Erzeugung von medizinischen Bildern basiert auf unterschiedlichen physikalischen Messgrößen. All diese Techniken liefern überwiegend Aussagen zur Anatomie und möglichen Makropathologie. Insbesondere die Kontrastmittel- und Schnittbildverfahren geben jedoch zusätzlich auch physiologische bzw. biochemische Informationen.
3.3
Grundlagen der Bildanalyse:
Analysekriterien
Die Analysekriterien für Projektionsradiographie, Kontrastmittel- und Schnittbildverfahren bauen aufeinander auf und sind wieder verwendbare Arbeitswerkzeuge.
Unterschiede ergeben sich für die jeweiligen physikalischen Verfahren (Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie).
3.3.1
Grundlagen der Bildanalyse
Analysekriterien:
Inhalt von Körperhöhlen (natürlich und unnatürlich)
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Welche natürlichen Körperhöhlen kennen
wir?
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Mesotheliale Höhlen des Körpers (Pleura-,
Perikard- und Peritonealhöhle)
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Gelenkhöhlen (Arthrographie)
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Äusserer Liquorraum (Myelographie) |
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Mesotheliale
Höhlen
(Pleura-, Perikard- u. Peritonealhöhle) |
Gelenkhöhlen
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Liquorraum
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| Inhalt | Ursache |
Krankheitsbilder/Erscheinungsbilder
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Luft |
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Pneumothorax, Pneumoperitoneum, Pneumoperikard |
Ausnahme: |
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Flüssigkeit
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Pleuraerguss,
Aszites, Perikarderguss (Pleuraerguss mit Drainage) (Pleuraerguss - Hämatothorax) |
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| Kalk | Pleuritis calcarea, Perikarditis calcarea | |||
| Fremdkörper |
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Thoraxdrainage, Ventrikulo-peritonealer Shunt, Peritonealdialysekatheter | ||
| Kontrastmittel |
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Ausnahmeindikation | Arthrographie | Myelographie |
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Flüssigkeit (Pleuraerguss, Aszites, Perikarderguss) in den Körperhöhlen Unterschiedliche Flüssigkeitsqualitäten sind in der Übersichtsaufnahme nicht zu unterscheiden! Transsudat (spezifisches Gewicht unter 1015) Beispiel: Pleuraerguss bei
Herzinsuffizienz Def. Exsudat (vom lat. exsudare
= ausschwitzen) Def. Transsudat (vom lat. sudare
= schwitzen) |
Körperhöhlen nicht-natürlichen Ursprungs können z.B. durch Abszesse entstehen.
Die bildgebenden Verfahren für Körperhöhlen und luminare Strukturen sind im Kapitel 2 (Kontrastmittel) beschrieben.
3.3.2
Grundlagen der Bildanalyse
Analysekriterien:
Parenchymatöse Organe
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Fokale Läsionen
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Segmentale Läsionen
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Diffuse Läsionen
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Anomalien
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Grundlagen
der Bildanalyse
3.3.3 Analysekriterien: Hohlorgane und tubuläre Strukturen
Die folgende Tabelle liefert einen Überblick, welchen makropathologischen Wirkungen Hohlorgane und tubuläre Strukturen im Organismus ausgesetzt sein können:
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Lumenveränderungen
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Lageveränderungen
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Struktur-/Wandveränderungen
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Entsprechend den allgemeinen Struktur-Prinzipien des Körpers (siehe hierzu auch Kap. 1.3) gibt es eine Reihe von tubulären Strukturen und Hohlorganen, die in der Regel Transportaufgaben im Körper erfüllen. Hierzu zählen:
| ZNS | Innere Liquorräume |
| CV | Herzhöhlen und grosse Gefässe (arteriell und venös) inklusive der Organarterien und Venen |
| RESP | Tracheobronchialsystem |
| GI | Magen-Darm-Trakt mit drüsigen Anhangsgebilden und deren
Ausführungsgängen
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| URO | Uropoetisches System mit Harnleiter, Harnblase und Harnröhre |
| REPRO | Reproduktionsorgane mit Eileiter/Samenleiter, Cavum uteri/Samenblase,
Scheide/Harnröhre sowie
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| ZELL | Immunsystem mit Lymphgefässen |
Diese Strukturen werden durch krankhafte Prozesse verändert, die sich
in Form immer wiederkehrender Bildmustern manifestieren.
Zu diesen Bildmustern gehören:
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wandüberschreitende Prozesse
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weitere krankhafte Prozesse und damit einhergehende Bildmuster:
Viele der Prozesse treten in Kombination auf. So kann z.B. eine Entzündung durch die dadurch ausgelöste Schwellung auch zu einer Stenose führen.
Für weitere Informationen das jeweilige Bild oder den Begriff anklicken.
Die bildgebenden Verfahren für Körperhöhlen und luninare Strukturen sind im Kapitel 2 (Kontrastmittel) beschrieben.
Grundlagen der Bildanalyse
3.3.4 Sonderformen: Interaktive Prozesse
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Kurzschluß
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Kompression
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Infiltration
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Sonderformen: Komplexe Läsionen
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Spiegel
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Nebeneinander von Strukturen unterschiedlicher physikalischer Dichte |
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Meniskus-Zeichen
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Nebeneinander einer einschmelzenden Läsion mit solidem Anteil (Fungus-Ball, Koagel, Tumor) |
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Sequester
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Nebeneinander einer einschmelzenden Läsion mit abgestossenem Gewebe (Knochen, Abszeß) |
3.5
Grundlagen der Bildanalyse
Nosologie
Differentialdiagnose nach Ursachen (VICTIM I.N.D.P)
Zur Differentialdiagnose gehört die Abklärung der Krankheitsursachen - die Nosologie. Die krankheitsauslösenden Faktoren lassen sich grob in 10 Gruppen einteilen. Mit folgender Eselsbrücke werden alle wichtigen nosologischen Gruppen berücksichtigt:
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V
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Vaskulär |
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I
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Inflammatorisch |
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C
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Congenital |
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T
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Trauma |
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I
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Iatrogen |
|
M
|
Metabolisch |
|
In
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Immunogen |
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Nomine
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Neoplastisch |
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Dei
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Degenerativ |
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Punctum
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Psychogen |