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Radiologiescript

CT-Schnittbild 
Material zur Vorlesung "Einführung in die Radiologie - Anatomie in der Bildgebung"
Prof. Dr. K. J. Klose: Medizinisches Zentrum für Radiologie
Klinik für Strahlendiagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

 

    4 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems
    4.1 Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen beim geschlossenen Schädelhirntrauma
    4.2 Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen beim offenen Schädelhirntrauma
    4.3 Empfehlungen des Klinikums PU Marburg bei Schädelhirntrauma
      4.3.1 Anamnestische und klinische Daten
    4.4 Blutungen
    4.5 Klassifikation und Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen
      4.5.1 Risikofaktoren
      4.5.2 Symptomatische Erkrankung
    4.6 Intrazerebrale Ischämische Läsionen
    4.7 Tumorerkrankungen

 

4. Erkrankungen des Zentralen Nervensystems

 

 

 

 

Neuroanatomie
Kopfhaut Zisternen Hirnstamm
Schädelkalotte Großhirnrinde Kleinhirn
Meningen Basale Ganglien Ventrikelsystem

Großhirnlappen:

Frontallappen
Parietallappen
Occipitallappen
Temporallappen

Meningen:

Dura mater
Arachnoidea
Pia

Neuroanatomische Kompartimente:

  • Epi(extra)duralraum (außerhalb der Dura mater) - A. meningea media
  • Subduralraum (innerhalb der Dura mater) - Brückenvenen
  • Subarachnoidalraum

Einige Informationen zur Anatomie des Gehirns (hier klicken)

 

Wichtige zerebrovaskuläre Erkrankungen

Epidurales Hämatom:

  • Wachphase (50 %)
  • Schädelkalottenfraktur ( > 90 %)
  • Mortalität (15 - 30 %)
  • A. meningea media
  • Form konvex

 

Subdurales Hämatom:

  • Akut - chronisch
  • Chron. Kleinkinder - alte Menschen
  • Konvex
Traumatische SAB

Intracerebrale Kontusionsblutung

(Coup und contrecoup)

Diffuse axonal injury (DAI)

Bewußtseinsverlust unmittelbar
"erschwertes Aufwachen"

Läsionen

  • Hirnstamm
  • Basalganglien
  • Weiße Hirnsubstanz

Schlaganfall

Ursachen: 80 % Hirninfarkt, 15 % Intracranielle Blutung, 5 % nicht traumatische SAB und Verschiedenes

 

 

 

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4. Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:

4.1 Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen beim geschlossenen Schädelhirntrauma

 

Schweregrad, Klinischer Zustand CT HWS MR MRA ANGIO
leicht, GCS >= 13, kein Defizit
4
 
 
3
 
 
leicht - mittel, Kind < 2 Jahre
9
6
4
6
 
 
leicht, fokales Neurodefizit
9
 
 
6
4
 
mittel - schwer, stabil
9
8
4
6
 
 
mittel - schwer, instabil
9
6
 
8
3
 
Ausschluß Dissektion
4
6
 
8
8
6
subakut, neurologisch instabil
8
 
 
8
 
 
subakut-chronisch, kognitive Defizite
o.B.
 
 
8
4
 
chronisch, neurologische Disfunktion
6
 
 
8
4
 

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

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4.2 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen beim offenen Schädelhirntrauma

 

Klinischer Zustand CT HWS MR MRA ANGIO
Penetration, stabil, neurol. o.B.
8
8 
 8
6
6 
Penetration, v.a. Gefäßtrauma
8
8
8
6
8 
8 
Fraktur, Depression
9
8 
 6
6
 
  
Fraktur, Schädelbasis
9
6
6
6
6 
Fraktur, Kalotte
9
8
 6
5
 
  

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

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4.3 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Empfehlungen des Klinikums PU Marburg bei Schädelhirntrauma

 

Zur radiologischen Diagnostik beim Schädel-Hirn-Trauma:
In verschiedenen Untersuchungen ist dokumentiert, daß kein zuverläßiger Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Schädelkalottenfraktur und einer intracraniellen Verletzung und umgekehrt besteht.

1987 wurde daher in einer multidisziplinären Konsensuskonferenz folgende Empfehlung ausgesprochen, die als Basis einer Vereinbarung zwischen den

Kliniken für Unfall- und Neurochirurgie
und den
Abteilungen für Strahlendiagnostik und Neuroradiologie
dient.

Aufgrund anamnestischer und klinischer Daten können 3 Risikogruppen von
Patienten mit stumpfen SHT unterschieden werden

Risiko niedrig

Risiko mittel

Risiko hoch

Eine Schädelröntgenuntersuchung ist bei keiner der Risikogruppen notwendig.
Eine CT-Untersuchung des Schädels wird für die
- mittlere Risikogruppe angeraten (siehe Beiblatt) und ist für die
- Hochrisikogruppe obligatorisch.

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4.3.1 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Anamnestische und klinische Daten (Beiblatt)

 

Beiblatt: "Anamnestische und klinische Daten bei Patienten mit Schädelhirntrauma"

Mögliche Befunde
Niedrig-Risikogruppe
Mittel-Risikogruppe
Hoch-Risikogruppe
Asymptomatisch Traumaanamnese unzuverlässig Anamnese (Eigen-/Fremd-) einer posttraumatischen Amnesie
Kopfschmerzen Progressive Kopfschmerzen zunehmende Eintrübung
Schwindel Erbrechen Posttraumatischer Epilepsie-Anfall
  Alkohol-/Drogenintoxikation

Somnolenter Patient, nicht ausschließlich auf Alkohol/Drogen, Stoffwechselerkrankung oder Epilepsie zurückzuführen

Fokale neurologische Symptome
Hämatom der Kopfhaut Alter < 2 Jahre (Ausnahme: oberflächliche Verletzung) V.a. Kindesmißhandlung
Kopfhautkontusion oder -abrasion   Zeichen einer Basisfraktur (Monokel-/Brillenhämatom,
Liquorrhoe, Blutung aus Ohr)
Fehlen anderer Kriterien  
  • Schwere Gesichtsverletzung
  • Penetrierende Verletzung
  • tastbar eingedrückte ("depressed") Fraktur
  • Polytrauma
  • bekannte oder iatrogen induzierte Gerinnnungsstörung
Empfehlungen: Niedrig-Risikogruppe
Empfehlungen: Mittel-Risikogruppe
Empfehlungen: Hoch-Risikogruppe
Beobachten Sorgfältige Überwachung NCH-Konsultation und/oder Notfall-CT obligat
Mit einem Infoblatt über SHT (Liste mit Vorsichtsmaßnahmen) entlassen und nach Zeichen der hohen Risikogruppe Ausschau halten
einer zweiten Person zur Überwachung NCH-Konsultation / CT-Untersuchung erwägen

 

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4.4 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Blutungen

 

Klinischer Zustand CT CT-KM MR MR-KM MRA ANGIO TCD
SPECT
PET
Zerebrales Aneurysma, Familienanamnese
 
  
 8
4
8 
4 
 
V.a. SAB
9
CTA?
4
 
8 
4 
 
SAB, CT / Lumbalpunktion positiv
8
  
 4
 
4 
9  
3
SAB, Angiographie negativ
4
 
8
KK
7 
8 
 
V.a. Parenchymblutung
9
 
 8
4
4
4
 
Manifeste Parenchymblutung
8
4
 8
5
 3
 4 
 

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

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4.5 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Klassifikation und Angemessenheit bilddiagnostischer Maßnahmen

 

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

 

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4.5.1 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Risikofaktoren

 

Gewohnheiten und andere Faktoren
Erkrankungen
  • Zigarettenrauchen
  • Alkoholgenuß
  • Drogengebrauch
  • Alter
  • Geschlecht
  • Rasse
  • Familiäre Faktoren

 

  • Hochdruck
  • Herzerkrankungen
  • TIA
  • Erhöhter Hämatokrit
  • Diabetes mellitus
  • Sichelzellanämie
  • erhöhter Fibrinogen-Spiegel
  • Migräne

 

Klinische Befunde:
Bildgebung
Untersuchung
Stiller Infarkt (MRT, CT)
Geräusch
AVM, Aneurysma
Retinale Embolie
Arteriosklerose / Stenose
RR-Differenz Arme
Fibromuskuläre Dysplasie

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4.5.2 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Symptomatische Erkrankung

 

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

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4.6 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Intrazerebrale Ischämische Läsionen

 

Bildbeispiele verschiedener zerebraler Erkrankungen

Aneurysma

Carotisstenose

Mediainfarkt

Hemiplegie

SAB (Subarachnoidalblutung)

SAB (CT-Bilder)

SAB (CT, Angio)

NHL, Thrombozytopenie

Schädeltrauma: Epidurales Hämatom, Kalottenfraktur und Kephalhaematom (nativ CT)

 

 

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4.7 Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:
Tumorerkrankungen

Bildbeispiele:

Intrakranielle Metastasen (eines Bronchialkarzinoms)

Hirnmetastasen eines Kolon-Karzinoms (CT)

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