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Radiologiescript

Aufnahme der Nieren 
Material zur Vorlesung "Einführung in die Radiologie - Anatomie in der Bildgebung"
Prof. Dr. K. J. Klose: Medizinisches Zentrum für Radiologie
Klinik für Strahlendiagnostik, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

    7 Uropoetisches System
    7.1 Nieren
      7.1.1 Urogramm
      7.1.2 Erkrankungen der Nieren
        - Akute Pyelonephritis
        - Urolithiasis
        - Renale Raumforderung
        - Nierentrauma
        - Chronisches Nierenversagen
        - Nierenarterienstenose
    7.2 Ureter und Harnblase
    7.3 Prostata

 

7. Uropoetisches System

 

Internetlinks:

Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) s
zur Urologie (Diagnostik und Therapie) http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/. Dort auf Leitlinien-Datenbank klicken und nach Urologie navigieren.

"Das Nierenbuch" der Nieren- und Hochdruckabteilung des Krankenhauses München Schwabing http://www.nierenbuch.de/index.htm
(Einfache Darstellung der Thematik, aber recht umfassend. Besonders interessant ist das Kapitel Die Nieren, Technische Untersuchungen)

zum Kapitelende


7.1 Uropoetisches System: Nieren

 

Anatomie der Nieren

Lage: zwischen 12. BWK und 3. LKW
Form: Die Länge beträgt 13 cm, die Breite 6 cm und die Dicke 4 cm

Nierenkapseln:
Fascia renalis (Gerota)
Capsula adiposa
Capsula fibrosa
Nierenparenchym:
Nierenrinde
Nierenmark

Sinus renalis:
Nierenbeckenkelchsystem
Nierengefäße
Peripelvines Fettgewebe

Nierenbeckenkelchsystem:

  1. Dendritischer Typ
    Calices majores, schlankes Pyelon
  2. Ampullärer Typ
    keine Calices majores, bauchig aufgetriebenes Pyelon
  3. Übergangstyp

Kongenitale Fehlanlage:

  1. Malrotation


  2. Hufeisenniere


  3. Gekreuzte Ektopie


  4. Beckenniere
  5. Thoraxniere
  6. Nephroptose (Ren mobilis)

für eine Vergrößerung der Bilder hier klicken

Erworbene Fehllage
kann verursacht sein durch:

  1. Renale Raumforderungen
  2. Extrarenale Raumforderungen
  3. Transplantatniere


 

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7.1.1 Uropoetisches System: Nieren
Urogramm

Für die Urographie wird nach der Abdomenübersichtsaufnahme (Leeraufnahme) intravenös ein jodhaltiges Röntgenkontrastmittel injiziert. Bei ausreichend konzentrierter Ausscheidung des Kontrastmittels durch die Nieren kann eine Aussage über die anatomischen Verhältnisse des Nierenhohlraumsystems erfolgen. Auch können die Abflussverhältnisse über die Ureteren und die Harnblase beurteilt werden.

Standardaufnahmen Spätaufnahmen

1. Leeraufnahme
50 ml KM i.v.

2. Aufnahme nach 5 Minuten
(Frühaufnahme)

3. Aufnahme nach 10 Minuten

 

kein Kontrastmittel?

15 Min. --> 2 Stunden

30 Min. --> 4 Stunden

 

 

Kontrastmittelreaktionen (Anmerkungen, Behandlung)

 

Leitfaden für Urographie bei Kindern (Universitätsklinikum Giessen): http://www.uniklinikum-giessen.de/kirad/ul_urogramm.html

 

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7.1.2 Uropoetisches System: Nieren
Erkankungen der Nieren

Überblick:

 

Akute Pyelonephritis

 

Symptome:

20 - 25 % diskrete Veränderungen

  1. Nierenvergrößerung
  2. Erniedrigte Dichte des Nephrogramms
  3. Fehlende oder verzögerte Anfärbung NBKS (Nierenbeckenkelchsystem),
    erweiterte oder komprimierte Kelche
  4. Harnstau oder Harnsteine

Bildbeispiel:

 

Urolithiasis

Ursache:

Nephrocalcinose oder Nephrolithiasis
Nierenkolik: 5 % der Frauen und 12 % der Männer mit Urolithiasis erleiden eine Nierenkolik

Klinik:

  1. Flankenschmerz
  2. Hämaturie
  3. Pyurie

 

Bildgebung bei akutem Flankenschmerz (V.a. Nierensteine)

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

 

Bildbeispiele (klicken Sie auf das Bild, um zur Vergrößerung zu springen):

Harnleiter-
konkrement
Harnleiter-
konkrement
Harnleiter-
konkrement
präresikales
Konkrement
CT nach Urographie
CT -Rekonstruktion
Harnleiterstein rechts

CT
Nephrolithiasis links mit Parenchymatrophie

 

Informationen zur Steinbildung (von M. Rominger)

 

Renale Raumforderung

Entscheidungsbaum bei Verdacht auf Nierentumor

MRT immer dann alternativ zum CT bei Kontrastmittel-
unverträglichkeit oder Niereninsuffizienz

Weitere Informationen (Text) zum unklaren Nierentumor

Weitere Informationen (Text) zum Nierenzellkarzinom / Staging

 

Bildbeispiele

 

Nierentrauma

Arten von Nierentraumen:

1. Kontusion der Niere oder oberflächliche Verletzung des Nierenparenchyms

2. Transkapsuläre Ruptur bis zum Hohlsystem mit oder ohne Urinextravasation und perirenalem Hämatom

3. Fragmentierung des Nierenparenchyms oder Verletzung des Gefäßstiels

Informationen (Text) zum Stumpfen Flankentrauma / Nierenverletzung

 

Bildbeispiele:

 

Chronisches Nierenversagen

Bildgebung bei Chronischem Nierenversagen

RI = resistive index (Widerstandindex, Maß für den Blutfluß in den Nierengefäßen)

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

 

Ursachen für Chronisches Nierenversagen

  • Intrarenal: Meistens durch Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie verursacht
  • Postrenal: Obstruktion
  • Prärenal: Nierenarterienstenose

Bildbeispiele

 

 

Nierenarterienstenose (NAST)

 

Bildbeispiele für Nierenarterienstenose (NAST)

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7.2 Uropoetisches System: Ureter und Harnblase

 

Anatomie

Ureter

25 - 35 cm, retroperitonelaer Muskelschlauch

3 physiologische Engen:

  1. Isthmus superior (subpelvin)
  2. Isthmus medius (Linea terminalis, Kreuzung der Iliakalgefäße
  3. Isthmus inferior (Intramuraler Ureterabschnitt

Ureter fissus: 2 Ureteren, distal 1 Ureter

Ureter duplex: 2 Ureteren bis zur Blase

Harnblase

normale Kapazität ca. 500 ml

Lage:

  • caudal: Beckenboden, Prostata
  • ventral: Symphyse
  • dorsal: Scheide, Rektum
  • seitlich: Fett, Iliakalgefäße, LK
  • cranial: Peritoneum

    Bildbeispiel:

    Balkenblase

Uretermündung:

dorsolateral, innerhalb der Blasenwand 2 cm nach medial, 1,3 cm vor der Medianlinie ins Blasenlumen

 

Bildbeispiel:

Pap. Urothel-Karzinom

 

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7.3 Uropoetisches System: Prostata

Leitlinien bei Miktionsbeschwerden, BPH

BPH = benigne Prostatahyperplasie (engl.: benign prostatic hypertrophy)

Angemessenheit der Untersuchung:
1-2 obsolet - nicht indiziert
3-4 indiziert, selten Zusatzbefunde
5-6 indiziert, häufig Zusatzbefunde
7-8 indiziert, in der Regel konklusiv
9 absolut indiziert

 

Überblick: Untersuchungsarten bei Erkrankungen der Prostata

Untersuchungsart Aussagen, Anmerkungen Bildbeispiele von Erkrankungen der Prostata
US - Blase Restharn, Prostatagröße

 

US - Niere Hydronephrose
Leeraufnahme Ausschluß Steine
Urogramm Evtl. bei Steinen, Hämaturie, unklarer Anamnese
Retrogrades Urethrogramm Prostatagröße nicht sicher bestimmbar
TRUS (Transrektaler Ultraschall) Prostatagröße kann durch abd. US bestimmt werden
MCU (Miktionzysturethrogramm) bei Männern unter 50 Jahren
MRT Becken Preis

Weitere Informationen (Text) zur Harnwegsobstruktion bei benigner Prostatahyperplasie

 

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